Von Ano Koufonisi nach Folegandros und weiter nach Milos.

Zwei Tage verbrachten wir in der schönen Pori Beach Bucht auf Ano Koufonisi. Nachdem wir am ersten Tag den östlichen Teil der Bucht erkundet hatten, nahm ich mir für den kommenden Morgen vor den Küstenweg im südwestlichen Teil zu bewandern. Kurz nach Sonnenaufgang machte ich mich auf den Weg. Auch hier gab es richtig tolle Felsformationen und Höhlen zu bestaunen und die Aussicht auf unsere Ankerbucht und die umliegenden Inseln und das Meer waren richtig toll.

Eigentlich hatten wir vor auch noch eine weitere Nacht hier in der Bucht zu verbringen, denn theoretisch sollten wir hier vor Nord-Nordostwind und Wellen geschützt sein, praktisch war es dann aber so, dass die Wellen, um den Kap herum, den Weg in die Bucht fanden. Um dem Schwell zu entgehen und in der Hoffnung auf eine ruhigere Nacht, haben wir uns entschlossen die Bucht zu wechseln und ein paar Seemeilen weiter auf der Südseite zu ankern.

Als wir vor dem Italidastrand ankerten, standen wir auch deutlich ruhiger, aber gegen Abend fand der Schwell auch den Weg bis hierhin, wie man sehr schön auf diesem Abenddämmerungsfoto erkennt.

So wurde die Nacht dann doch leider schaukeliger als geplant. Wir hätten wahrscheinlich besser gehabt ein paar Seemeilen weiter bis nach Kato Koufonisi, der Nachbarinsel zu fahren, wo wir schon vor ein paar Wochen einmal geankert hatten um starken Nordwind abzuwettern. Ja, nachher ist man immer schlauer. Nach dem Frühstück hiess es Anker auf, denn wir wollten diesen Nordostwind nutzen um uns langsam aber sicher wieder Richtung Westen zu bewegen. Unser Ziel war Folegandros, aber um die Strecke von fast 50 Seemeilen aufzuteilen, beschlossen wir einen Zwischenstopp im Süden vun Ios einzulegen um die Nacht dort zu verbringen. Auf dem Weg dorthin, kamen wir an vielen kleinen unbewohnten Inseln vorbei mit tollen Felsformationen.

Für kurze Zeit besuchten uns auch ein paar Delfine. Leider hatte ich mein Handy aber nicht schnell genug bei Hand um ein Foto zu schiessen. Wir genossen ihren Anblick…immer wieder so schön, aber hier in Griechenland sieht man sie leider sehr selten.

Der Wind war sehr wechselhaft, von 2-22 Knoten war alles dabei. Aber je mehr wir uns der Insel Ios näherten, desto stärker wurde er. Teilweise flog Adesso mit über 10 Knoten durchs Wasser, die Spitzengeschwindigkeit war 10,5 Knoten. So waren wir schneller und früher an unserem Ziel als gedacht. Der Nachteil war, der Wind nahm auch in der Bucht nicht ab, im Gegenteil. Wir standen zwar wellentechnisch ganz ok hier, aber der Wind peitschte immer wieder mit über 30 Knoten über uns hinweg. Auch in der Nacht beruhigte er sich nicht wirklich. So war die Geräuchkulisse wieder recht hoch und ich hatte dementsprechend meine zweite fast schlaflose Nacht. Mit Kopfschmerzen, unerholt und genervt startete ich in den Tag und in die nächste Etappe Richtung Folegandros. Als Guy mich dann auch noch anschnauzte, weil ich beim Setzen des Grosssegels übersehen hatte, dass sich das Segel in den Lasy Jacks verfangen hatte, war die Stimmung am Nullpunkt. Den grössten Teil der Strecke Richtung Folegandros konnten wir unter Segel zurücklegen. Nur die restlichen paar Seemeilen an der Küste entlang bis zu unserem Ankerplatz Agkali mussten wir motoren. Die Bucht ist gross und es gibt viel Sandboden zum Ankern, aber im vorderen Teil lagen leider auch eine ganze Mengen Bojen aus, so dass man hier keinen Platz mehr zum Ankern hat. Wir standen hier sicher aber leider war es auch wieder ziemlich schaukelig, weil der Schwell auch hier seinen Weg bis in die Bucht fand. Wir machten eine kleine Erkungstour an Land um den Fahrplan der Busse/Shuttle und die verschiedenen Restaurants abzuchecken. Unsere Landtour war schnell vorüber, denn hier gab es definitv nicht viel zu entdecken, ausser einer schönen Aussicht auf unsere Ankerbucht.

Unser Besuch im Restaurant war dann leider auch nix, denn 3 Gerichte, die wir bestellen wollten, waren nicht vorrätig. Mein Essen war nur lauwarm und Guy bekam trockene Meatballs ohne Sosse, obwohl er extra danach gefragt hatte. Ausserdem liefen überall schreiende Kinder rum, deren Eltern das witzig fanden und sie auch noch dabei animierten… Bref…der Abend passte zum Tag…heute war der Wurm drin.

Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder etwas„rosiger“ aus und so machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg Richtung Shuttlehaltestelle. Pünktlich um viertel nach zehn, kam der Shuttleminibus und 10 Minuten später waren wir oben in der Chora angekommen. Ich war gespannt, denn diese Altstadt soll auch sehr sehenswert sein. Unser erstes Ziel war die Virgin Mary Church, die hoch oben über der Altstadt trohnt. Ein gut begehbarer Weg führt schlängelnd den Berg hinauf.

Von hier oben hatten wir einen tollen Ausblick auf die Chora. Leider war die Kirche verschlossen. Während ich auf der Suche nach schönen Fotomotiven war, entdeckte Guy kleine Stufen die bis aufs Kirchdach führten. Ich staunte nicht schlecht, als er da oben auftauchte!

Hinter der Kirche führte ein kleiner Weg bis zum Berggipfel hoch. Also nichts wie los…hoch hinauf um hinab zu schauen 🙂 Oben angekommen, war die Aussicht natürlich atemberaubend!

Heute machte Guy definitv seinem Sternzeichen Steinbock alle Ehre, denn bevor ich mich umsehen konnte, stand er hoch oben auf dem schmalen Sockel neben der griechischen Fahne.

Und aller guten Dinge sind drei, denn als wir wieder zurück bei der Kirche waren, tauchte er im Glockenturm auf.

Anschliessend spazierten wir wieder bergab und setzen unsere Erkundungstour in der Altstadt weiter. Hier ist alles super gepflegt und es gibt ein paar sehr schöne Hotelanlagen. 

Wir genehmigten uns eine kleine Stärkung und machten uns anschliessend wieder mit dem Shuttle auf den Rückweg. Zurück auf Adesso, entschlossen wir ziemlich spontan den Nordostwind zu nutzen um weiter Richtung Milos zu segeln, denn am nächsten Tag war viel weniger Wind angekündigt, so dass wir wahrscheinlich viel motoren müssten. Die Sonne stand schon ziemlich tief, als wir an der Südküste von Milos entlang segelten.

Unser Ziel war die bekannte Kleftiko Bucht im Südwesten der Insel. Wir hofften, dass die meisten Tages-und Touriboote die Bucht verlassen hatten, wenn wir jetzt am frühen Abend dort ankommen. Und das klappte auch, so dass wir einen tollen Platz in erster Reihe vor dieser wahnsinnig imposanter Felskulisse ergatterten. Wow, was für eine Aussicht.

Für mich war es beschlossene Sache, dass ich mich am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang mit dem SUP auf den Weg machen würde, um diese Bucht in aller Ruhe zu erkunden und zu geniessen. Geplant, getan… und es hat sich mehr als gelohnt früh aufzustehen!

Inzwischen waren auch die Ziegen wach. Sie kamen die Felswände runter zum Wasser und leckten an den Algen, die sich am Ufer befanden.

Zurück auf Adesso, bereitete ich uns ein leckeres Frühstück vor und zeigte Guy natürlich begeistert alle meine Fotos, die ich während meiner Suptour geschossen hatte. Ab 10-11Uhr veränderte sich aber so langsam diese schöne idyllische Ankerbucht und entwickelte sich immer mehr zu einem Touribootshotspot. Der hintere, flachere Teil der Bucht füllte sich mit kleinen Tagesbooten und die Touriboote strömten massenweise in die Bucht. Wir hatten Glück, dass alle genügend Abstand zu Adesso hielten, aber nach dem Mittagessen, reichte uns dieses Chaos und wir entschieden in eine ruhigere, unbekannte Bucht auszuweichen. Hier stehen wir auch heute noch immer, denn sie bietet uns hier auf der Südseite den besten Schutz vor dem heutigen Südwestwind. In der Nacht dreht der Wind dann aber wieder auf Nord, darum sind wir auch auf der Südseite geblieben. Aber das ist nicht der einzige Grund, denn morgen in der Früh, wollen wir den Nordwind nutzen, um von hier aus Richtung Peloponnes zu starten. Denn so langsam müssen wir ja wieder zurück Richtung Westen. Hoffentlich sind die Bedingungen morgen einigermassen ok, denn ich befürchte, dass wir noch ziemlich unangenehme Wellen und relativ starken Wind bekommen…Daumen drücken…

Raymonde

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