Nachdem wir den starken Nordwind in der Ankerbucht vor Analipsi abgewettert hatten, sind wir am nächsten Tag weiter Richtung Astypalaia Altstadt gesegelt.


Hier haben wir südlich des Hügels, auf dessen Spitze die Chora thront, unweit des Livadi Beach geankert. Von hier aus hatten wir eine super Aussicht auf die Altstadt und das Querini Castle.

Nachdem wir auf Adesso alles aufgeräumt hatten, schlüpften wir in andere Klamotten und fuhren mit dem Beiboot rüber an Land. Im nördlichen Teil der Bucht befanden sich ein paar „selfmade“ Holzstege, an denen wir unser „Schweini“ anbinden konnten. Über mehrere schmale Holzbretter gelangten wir mit trockenen Füssen an Land.
Nach einer halben Stunde Fussmarsch bergauf, erreichten wir die Windmühlen von Astypalaia.

Von hier aus führt eine Strasse mit vielen Restaurants Richtung Altstadt. Hier schlängelten wir die vielen schmalen Gassen hinauf Richtung Schloss. Als wir an dem Haupttor ankamen, entpuppte sich das Schloss aber als Schlossruine.


Schade. An mehreren Stellen wurden die Mauern gestützt, aber um dieses alte imposante Baumwerk wirklich auf Dauer zu retten, müsste viel Geld investiert werden. Wir spazierten zwischen den alten Mauern und Gebäude-/Kirchenüberresten hindurch und hatten eine tolle Aussicht auf unsere Ankerbucht und die Virgin Mary Evangelistria Portaitissa Kirche.



Anschliessend schlenderten wir weiter durch das Gewirrwarr an Gassen unterhalb der Schlossmauern.


Unweit des Friedhofes schoss ich dieses Foto von einem Priester, der die Gasse hochspazierte, gefolgt von einer Katze… Diese Szene gefiel mir echt gut, so dass ich sie im Bild festhielt 🙂

Etwas weiter unten, liegt die Grosse Jungfrau Maria Kirche.

An mehreren Stellen findet man solche Kapellen, die aneinander gebaut sind.

Keine Ahnung ob jede Kapelle einem anderen Heiligen gewidmet war oder wofür sie genau genutzt wurden/werden…
Von der anderen Seite der Altstadt hatten wir einen schönen Ausblick auf den Hafen.

Als so langsam der Magen knurrte, machten wir uns auf die Suche nach einer kleinen Taverne in zweiter Reihe. Gestärkt begaben wir uns auf den Rückweg Richtung Adesso. Einen kleinen Zwischenstopp legten wir dann doch noch ein, denn eine Gelateria hatte unser Interesse geweckt. Wir genossen unser leckeres Eis mit perfektem Ausblick auf die Chora.

Zum Abendessen entschieden wir uns in der Livadi Bucht nach einem Restaurant Ausschau zu halten. Wir fanden ein kleines nettes Lokal in einer Nebenstrasse in dem überwiegend Griechen sassen. Dies erwies sich als eine sehr gute Wahl, denn das Essen war sehr lecker, preiswert und die Bedienung wirklich freundlich. Zurück auf Adesso genossen wir noch den Ausblick auf die beleuchtete Altstadt.

Die Chora von Astypalaia hat uns wirklich gut gefallen und ist auch wirklich sehenswert. Vor allem die spezielle Lage hoch oben auf dem Felsen. In unserem Ranking ist die Chora von Patmos aber immer noch an erster Stelle. Hier gefielen uns die verwinkelten Gassen und das alte Kloster noch besser.
Am nächsten Morgen sind wir weiter, die Westküste entlang, in den Norden gesegelt. Hier ankerten wir in der „Ziegenbucht“, eine kleine Nebenbucht der grossen Panormos Bucht. Hier waren wir ganz allein, nur wir und viele, sehr viele Ziegen… und ein paar Möwen.

Am morgen, kurz nach Sonnenaufgang war ich schon wieder unterwegs, denn ich wollte unbedingt diese herrliche Ruhe hier „aufsaugen“.

Ich spazierte, oder besser kletterte den Hang hinauf bis ich oben auf einen Schotterweg traf. Von dort aus wanderte ich über den Hügel bis zur Panormos Bucht.

Hier, fast ganz im Nirgendwo, befindet sich, etwas oberhalb des Strandes, eine kleine weisse Kapelle, die Agios Nikolaos Kapelle.


Es war so ruhig hier, dass ich die Bienen summen hörte. Ich schlenderte am Strand entlang und genoss diese Ruhe, diese Stimmung hier.


Auf dem Rückweg kam ich an zwei Ziegen vorbei, die mich ganz genau beobachteten. Ob ich für sie eine willkommene Abwechslung war, weiss ich nicht… 😉

Zwei Tage blieben wir hier vor Anker, denn es gefiel uns wirklich gut hier. Doch als sich dann etwas stärkerer Südwestwind einstellte, entschieden wir uns den zu nutzen, um einen grösseren Schlag Richtung Norden zu segeln. Unser Ziel, die Insel Schinoussa. Wir hatten die letzten Tage überlegt, ob wir noch weiter Richtung Osten segeln oder ob wir uns so langsam wieder nach Norden und Westen hocharbeiten sollen. Denn, wir hatten ja eigentlich gar nicht geplant hierher, zu den Zykladen zu segeln und so müssen wir auch so langsam daran denken, Griechenland irgendwann wieder zu verlassen und uns „auf den Rückweg“ Richtung Italien zu begeben. Aber noch setzen wir unsere Erkundungstour hier auf den Zykladen ein bischen fort.
Schinoussa ist keine touristisch geprägte Insel. Hier wird vor allem Landwirtschaft betrieben.

Von unsere Ankerbucht Almyros aus, führte eine Schotterstrasse bis ins Dorf hinauf. Hier gab es nur eine „Hauptstrasse“, die aber gepflastert war, eine handvoll Restaurants, eine Kirche, ein paar Kapellen, zwei kleine Lebensmittelhändler… der Ort war schnell erkundet, aber wir waren positiv überrascht, denn er strahlte doch unerwarteten Charme aus.




Am Abend genossen wir ein leckeres Essen in einer typisch griechischen Taverne mit sehr freundlicher Bedienung und einer tollen Aussicht auf die Nachbarinseln.

Am nächsten Tag sind wir weiter bis nach Ano Koufonisi gefahren. Als wir vor ein paar Wochen vor der Insel Kato Koufonisi, der Nachbarinsel, den starken Nordwind abgewettert hatten, waren die Bedingungen nicht gut genug, um vor dem Ort Koufonisi zu ankern. Doch jetzt passte es.

Guy plazierte Adesso schön mittig vor dem grossen Sandstrand und weit genug entfernt vom Fähranlegersteg, denn Fähren und Ausflugsboote wechseln sich hier wirklich fast pausenlos ab. Dadurch war das Wasser hier am Ankerplatz natürlich nie wirklich ruhig.

Als eine Fähre vor uns wendete, entstanden diese Verwirbelungen im Wasser. Von der Sonne angestrahlt und der „geladene“ Himmel… ein ganz spezieller Anblick… fast wie ein Gemälde.

Wir erkundeten den Ort und nutzten die Gelegenheit unsere Lebensmittelvorräte aufzustocken, denn, obwohl die Insel recht klein ist, gibt es zwei ziemlich gut sortierte ‚Super’-märkte. Der Ort, obwohl sehr touristisch, ist wirklich sehr nett und einladend.


Hier gibt es viele, sehr viele Restaurants, Bars und teuere Shops. Ich erspähte ein schönes Sommerkleid, aber beim Anblick des Preises… 450 Euro!!!, verzichtete ich auf die Anprobe…
Die Insel scheint definitiv „hip“ zu sein, ein echter Anziehungspunkt für Touristen und wohlhabende Griechen. Ein regelrechter Bauboom ist hier entfacht. Überall entstehen neue Häuser.

Wir verbrachten einen sehr angenehmen Abend hier, gingen lecker essen und genossen die Stimmung, denn noch war die Menschenmenge überschaubar. In der Hauptsaison ist hier mit Sicherheit sehr viel mehr los.
Die Nacht wurde dann aber leider eine ziemlich schlaflose, denn, um es kurz zu sagen, es war dauernd etwas anderes, das uns am Schlafen hinderte: Musik von der angesagten Strandbar bis 3 Uhr, dann die erste Fähre kurz vor 4 Uhr, danach Motorgebrumme der vorbeifahrenden Fischerboote, dann die nächste Fähre kurz vor 7 Uhr…. hmmm… 😦
Heute erhoffen wir uns jetzt eine ruhigere Nacht mit erholsamen Schlaf, denn heute Morgen, nach dem Frühstück, sind wir 2 Seemeilen weiter bis zur bekannten, fast kreisförmigen Pori Beach Bay, gefahren und ankern hier wirklich in unglaublich schönem türkisen Wasser, umrundet von spektakulären Felsformationen… keine Bars, kein Fähranleger… die Chancen stehen gut…


Ob wir morgen noch hier bleiben oder weitersegeln und wohin, das entscheiden wir morgen nachdem wir die neusten Wetterdaten gecheckt haben…
Wie es dann weitergeht… im nächsten Blog 😉
Raymonde