Peñíscola – Sant Carles de la Rapita

Vor genau einer Woche sind wir in der Marina Sant Carles, unserem Überwinterungshafen angekommen. Kerstin und Hans, ein Seglerpaar, mit denen wir schon mehrere Jahre befreundet sind, kamen uns schon weit vor dem Hafenbecken, mit ihrem Beiboot entgegen, um uns willkommen zu heissen. Sie waren mit ihrem Katamaran schon ein Woche vorher hier eingetroffen. Die nette Überraschung war geglückt. Natürlich liess Kerstin es sich nehmen um unsere Ankunft im Bild festzuhalten… Danke für das schöne Erinnerungsfoto 🙂

Kurz vor unserer Ankunft in der Marina Sant Carles

Meinen letzten Blog verfasste ich als wir noch in Orpesa am Restaurantsteg lagen. So nah hatte Guy Adesso bis jetzt noch nie an einem Restaurant geparkt. Das Foto bin ich euch auf jeden Fall noch „schuldig“…  Abendessen mit Blick auf Adesso…

Abendessen mit Blick auf Adesso 😉

Am kommenden Tag ging es dann weiter Richtung Peñíscola. Einen grossen Teil der Strecke konnten wir auch endlich wieder unter Segel zurücklegen. Als wir uns näherten, gefiel uns die Kulisse auf Anhieb.

Peñíscola

Da die Bucht links neben dem Fischerhafen sehr wenig Tiefe aufweist, fuhren wir ganz langsam und schauten konzentriert auf den Tiefenmesser. In 2 Meter Tiefe liessen wir den Anker fallen. Dann gingen wir auf Erkundungstour durch die Altstadt mit ihren schmalen verwinkelten Gassen und alten noch gut erhaltenen Häusern.

Das Muschelhaus

Es hat uns hier so gut gefallen, dass wir beschlossen einen Tag länger hier vor Anker zu bleiben und uns am nächsten Tag die Burg anzuschauen. Das Castell ist eine mittelalterliche Festung und ehemaliger Papstsitz. Es ist auch als Schloss von Papa Luna bekannt. Sie wurde von den Templern auf den Resten einer alten arabischen Alkazaba (Festung) errichtet.

Von hier hatte man natürlich einen wunderbaren Rundumblick, südlich auf unsere Ankerbucht, wo Adesso inzwischen das einzige Boot war, und nördlich auf den langen Sandstrand auf der anderen Seite der Halbinsel.

Adesso ganz alleine in der Bucht

Als wir uns am kommenden Morgen auf den Weg Richtung Sant Carles machten, genossen wir noch einmal diesen tollen Ausblick auf die vorgelagerte Altstadt und die Burg.

Rückblickend hat mir Denía und Peñíscola am Besten gefallen. Wir sind auf der einen Seite froh, dass wir uns die Zeit genommen haben, diesen Teil der spanischen Küste näher zu entdecken, auch Valencia einen Besuch abzustatten, aber auf der anderen Seite, hätten wir auch noch gerne mehr Zeit auf Formentera verbracht. Ja, man kann halt nicht alles haben…

Wir schon am Anfang erwähnt, sind wir jetzt eine Woche hier in der Marina von Sant Carles. Die ersten Tage haben wir fast ausschliesslich mit Boot schrubben, Kojensäubern und Wäsche waschen verbracht. Das war einfach mehr als überfällig, denn die letzten Wochen, hatten wir einfach andere Prioritäten. Nachdem Adesso nach ein paar Tagen dann endlich wieder glänzte, beschlossen wir bei herrlichem Sonnenschein und blauem Himmel mit unseren Fahrrädern eine erste Erkundungstour ins Ebrodelta zu unternehmen. In diesem Feuchtgebiet überwintern, leben und brüten sehr viele veschiedene Vogelarten.

Reisfelder
Blick auf Sant Carles de la Rapita vom Aussichtsturm im Feuchtgebiet

Mir hat diese Weite, die hier herrschende Ruhe sehr gut gefallen und ich denke, dass ich bestimmt noch öfters mit dem Fahrrad hier unterwegs sein werde während der Wintermonate. Die Begeisterung von Guy hielt sich in Grenzen, was aber auch daran lag, dass es nur so wimmelte von Stechmücken. In den Feuchtgebieten und den Reisfeldern finden die Moskitos natürlich auch perfekte Lebensbedingungen. Jeden Tag, sobald es dämmert, müssen wir darauf achten, alle Luken und Türen zu schliessen, denn sonst sind wir morgens total zerstochen. Das ist sicherlich ein Nachteil hier. Aber wie ich schon vorher geschrieben habe, man kann nicht alles haben. Der Hafen liegt wirklich schön ruhig. An der einen Seite grenzt er sofort an das grossflächige Feuchtgebiet, wo grosse Teile unter Naturschutz stehen, auf der anderen Seite befindet sich eine lange Mole, die den Hafenbecken vom Fischerhafen trennt. Es gibt nicht viel Verkehr, denn die Hauptstrasse führt nicht direkt am Hafen vorbei. Das begrüssen wir natürlich und ist ein Vorteil gegenüber von Cartagena, wo dann doch bedeutend mehr Lärm war. Aber Cartagena war eine sehr schöne Stadt, mit tollen prunktvollen Gebäuden und stilvoll angelegten Plätzen. Da ist Sant Carles de la Rapita wohl eher das Gegenteil. Unsere deutschen Segelfreunde meinten die Stadt hier hätte „morbiden Charme“. Ja, hier legt kein Kreuzfahrtschiff an, wiederum ein Vorteil gegenüber von Cartagena. Hier ist es definitv nicht touristisch. Es ist eine typische spanische Küstenstadt, wo sich fast alles um die Fischerei dreht. Aber hier sucht man vergebens nach prunktvollen Gebäuden oder autofreien Plätzen. Eine schöne Fussgängerzone gibt es leider nicht und viele Häuser und Strassen sind renovierungsbedürftig. Man merkt, dass das Geld fehlt. 

sehr viele Häuser sind in einem schlechten Zustand

Die Leute leben teilweise unter sehr einfachen Bedingungen, aber sind alle bis jetzt super nett, grüssen „Hola“, obschon man sich vorher noch nie begegnet ist. Heute mittag habe ich mit Chico einen ausgedehnten Spaziergang am Hafen und der Strandpromenade entlang gemacht und einige schönere Ecken entdeckt als bisher.

Unser Ausblick auf die Stadt von unserem Liegeplatz
Fischerhäuschen
Hafenpromenade
Hauptplatz
Marina Sant Carles

Es ist noch zu früh um abzuschätzen, wo wir uns schlussendlich wohler fühlen werden, ob es uns in Cartagena besser gefallen hat oder hier… überall gibt es Vor-und Nachteile…Mal abwarten.

Bis dann

Raymonde

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