Von Cala Galdana nach Mahón

Cala Galdana hatten wir vor allem angesteuert, weil unserer Kühlschrank inzwischen ziemlich leer war und wir auch wieder Lust auf einen Restaurantbesuch hatten. Ausserdem hatten viele Segler diese Bucht als ein „Muss“ beschrieben. Man liege hier richtig ruhig vor Anker, gut gegen Wellen und Wind aus den meisten Richtungen geschützt. Uns hat Cala Galdana jetzt nicht umgehauen, weil sehr touristisch und ohne wirklichen Charme, aber es stimmt, hier findet man alles Nötige. 

Hier ein paar Bilder von Cala Galdana.

Blick auf die Bucht, Adesso steht ganz rechts
Morgenspaziergang mit Ausblick 😉
Cala Galdana by night

Wir blieben schlussendlich drei Tage hier und entschieden erst weiterzufahren als guter Segelwind Richtung Osten vorausgesagt war. 

Mit richtig strammem Seitenwind aus Nordnordwest mit einer Stärke von über 20 Knoten flog Adesso mit teilweise über 8 Knoten an der Südküste entlang Richtung Osten. Ich genoss diese paar Stunden unter Segel wirklich, denn so habe ich es am Liebsten: da der Wind aus Richtung des Landes kam, hatten wir fast keine Wellen, da diese noch nicht die Möglichkeit hatten sich aufzubauen und doch gab es richtig Wind, so dass wir ordentlich Fahrt machten…Perfekt 🙂

Unser auserwähltes Ziel war die Bucht von Binibequer, eine der letzten Buchten vor der Punta Prima. 

Hier gab es nicht wirklich viel Platz, denn der grösste Teil der Bucht war mit Privatbojen belegt, aber ein langer Sandstreifen zog sich weit hinaus, so dass wir aber in tieferem Wasser einen guten Ankerplatz für uns fanden.

Bucht von Binibéquer

Hier war das Wasser so unglaublich klar, dass man bei einer Tiefe von über 10 Meter noch kleine Fische über dem Boden beobachten konnte. Guy hatte im Internet entdeckt, dass es hier in der Nähe ein kleines Dorf, ganz in weiss mit kleinen Gassen, ähnlich den Dörfern in Griechenland, geben würde. Also beschlossen wir im späten Nachmittag, als es nicht mehr ganz so warm war, mit dem Beiboot dorthin zu fahren. Binibeca Vell ist ein altes Fischerdorf und hat wirklich richtig Charme.

Aber leider ist es inzwischen zu einem Touristenhotspot geworden. Wir haben die Einwohner hier echt bedauert. Die paar Sommermonate müssen echt anstrengend sein, wenn scharenweise Busse mit Touristen hier ankommen, die dann das kleine Dorf überschwemmen. Fast an allen Ecken standen Hinweisschilder, die Besucher sollten sich benehmen und ruhig sein!!! Das sagt wohl genug…

Wir schlenderten eine halbe Stunde durch die engen Gassen und sehnten uns dann aber wieder nach der Ruhe auf Adesso. Auf dem Rückweg entdeckten wir noch diesen tollen Felsbogen mit Höhle.

Um Chico ein bischen Abkühlung zu verschaffen, habe ich ihn „überzeugt“, dass ein kleines Bad im kühlen Nass ganz gut tun würde…

Ich weiss nicht ob er sich jemals im Wasser wohlfühlen wird…aber wenn ich ihn so auf dem Schoss habe, habe ich zumindest nicht den Eindruck, dass er irgendwie panisch wird. Ich denke, er fühlt sich so doch noch einigermassen sicher, aber ob es ihm gefällt…hmmm, wahrscheinlich nicht wirklich, aber abgekühlt hat es ihn auf jeden Fall. (Wenn bei 30 Grad Wassertemperatur noch von Abkühlen die Rede sein kann…?)

In Binibequer blieben wir nur eine Nacht und fuhren am nächsten Tag weiter nach Mahón. 

Maó (spanisch: Mahón) ist die Hauptstadt der spanischen Insel Menorca. Sie ist für die nach britischem Vorbild erbauten georgianischen Häuser sowie für ihren geschützten Hafen bekannt. Die Marienkirche verfügt über eine prächtige Orgel aus dem 19. Jahrhundert und befindet sich an der zentral gelegenen Plaça de la Constitució. Neben der Kirche steht das Rathaus mit Renaissance-Fassade und einer Uhr, die der erste britische Gouverneur der Insel gestiftet hat. Im Museu de Menorca werden Kunstwerke und Fundstücke zur Geschichte der Insel ausgestellt.

Der Hafen von Maó ist der zweitgrößte Naturhafen der Welt ist. Außerdem ist er auch der größte und wichtigste von Menorca, da er in seinen Installationen sowohl touristische als auch industrielle Funktionen verbindet. Von der Hafeneinfahrt bis zum als Colársega bekannten Bereich sind es 6 Kilometer und seine Ost-West-Ausrichtung schützt ihn vor den starken Tramontanawinden.

Einfahrt nach Mahón

Die einzige Bucht in der das Ankern noch erlaubt ist, ist die Cala de Teulera. Wir hatten Glück, denn als wir hier ankamen, war noch relativ viel Platz. Es standen bei unserer Ankunft vielleicht 10 Boote hier. Gestern zählte ich zeitweise mehr als 35 Boote! Da wird es dann schon ziemlich eng und ist nervenaufreibend. Jedesmal wenn eine Ankerkette irgendwo knatterte, hofften wir, dass nicht wieder ein Boot zu nach an Adesso einen Ankerversuch startet.

Cala Teulera

Am zweiten Tag fuhren wir den doch ziemlich langen Weg mit dem Beiboot Richtung Altstad von Mahón, die auf jeden Fall einen Besuch wert ist. 

Aber leider ist die Strecke uns dann doch zu weit, um abends noch bis dorthin ins Restaurant zu fahren. Aber vielleicht testen wir heute abend ein Restaurant in dem nähergelegenen Ortsteil Es Castell.

Heute morgen waren wir die Festung Fortaleza de Isabel II, kurz „La Mola“ besichtigen. Sie wurde in der Zeit von 1850-1875 von der spanischen Armee erbaut zur Verteidigung des Hafens von Mahón, angesichts der internationalen Spannungen zwischen Engländern und Franzosen die sich im Mittelmeer ständig in die Quere kamen. Die ganze Anlage ist wirklich beeindruckend gross. Die Sonne strahlte heute morgen schon erbarmungslos vom Himmel, so dass wir ziemlich schnell schweissgebaded waren. Ich denke, das Fitnessprogramm für heute können wir uns somit sparen. Gut, dass wir Chico auf Adesso gelassen haben, denn obwohl es recht windig war, wäre es für ihn wirklich zu warm gewesen. Da war es auf Adesso mit Sicherheit viel angenehmer für ihn.

Hier jetzt ein paar Bilder von unserer geschichtlichen Entdeckungstour heute morgen.

Aktueller Eingang der Festungsanlage
Früherer Eingang
Blick auf die Cala Teulera
Gasbetriebener Generator zur Stromproduktion von 1909
Model 1919 (105/11) Reichweite: 6500m, wurde hauptsächlich in den Bergen eingesetzt
Model M114 (155 mm Howitzer) wurde von den Amerikanern benutzt
Gang mit Schiessscharten für die Schützen
Meerseite
Bateria Vickers
Lagerraum für die Geschosse unterirdisch
Vorbereitungsanlage der Geschosse bevor sie mit einer Liftanlage nach oben befördert wurden
Kühlanlage
Im Inneren der Kanone oberirdisch

Wann wir jetzt genau weiterfahren, haben wir noch nicht entschieden. Unser nächstes Ziel liegt knappe 8 Sm weiter nördlich an der Ostseite von Menorca. Doch auch morgen ist noch immer Wind aus Nord vorausgesagt, also genau auf die Nase. Deshalb kann es auch sein, dass wir noch einen weiteren Tag hier abwarten und erst übermorgen den Anker lichten. Mal abwarten. Dazu mehr im nächsten Blog.

Raymonde

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