Hoffnung auf Schutz vor starkem Wind und netter Besuch aus Luxemburg

Meinen letzten Blog schrieb ich in der Bucht S’Alga vor der Insel Espalmador. Es hat uns wirklich sehr gut hier gefallen. Vor allem morgens und abends war es hier einfach wunderbar. Nur ein paar Segelboote ankerten hier um zu übernachten und die, die es hierhin verschlägt, an einen Ort ohne jegliche Infrastruktur, diese Menschen mögen die Natur und geniessen die Ruhe.

Morgens, wenn ich mit Chico mit dem SUP zum Strand paddelte herrschte so eine wunderbare Stille. Einige machten schon ein paar Yogaübungen am Bug ihres Bootes, aber den Strand hatte ich morgens noch für mich und Chico ganz alleine. Hier konnte sich Chico ungestört austoben, frei rumlaufen und mit seinem Ball spielen…einfach richtig toll. Ich genoss diesen Morgenspaziergang wirklich jeden Tag! Aber da bekanntlich Bilder mehr als 1000 Worte sagen, hier ein paar herrliche Fotos.

Nach dem Frühstück erkundeten Guy und ich noch einmal zusammen mit Chico die Insel und spazierten bis zur Lagune s’Estanyol, die sich im Innern der Insel befindet. Dieses Naturreservat ist sehr wertvoll für Zugvögel und bietet vielen Vögeln einen guten Brutplatz.

Nach dem Spaziergang war dann eine Erfrischung im Meer genau das Richtige. Das Wasser hier hat wirklich eine wunderschöne türkise Farbe und war mit 23 Grad schon ziemlich angenehm. 

Im späten Vormittag dann, änderte sich die Atmosphere in der Bucht schlagartig. Von überall strömten kleine und grösseren Motorboote in die Bucht und ankerten, wenn es dann möglich gewesen wäre, direkt auf dem Strand. Zu unserem Erstaunen war die Lautstärke der Musik auf den einzelnen Booten nirgends übertrieben laut, aber je mehr der Alkohol floss, je lauter wurde das Gegröhle oder Gequitsche auf den Booten. Zusätzlich zu den vielen kleinen Motorbooten kamen dann auch noch die grossen Tourikatamarans mit gefühlt 100 Gästen. Wow…von der Idylle, die hier morgens und abends herrschte, war tagsüber wirklich nichts mehr zu merken. Jetzt herrschte Partystimmung. Aber, da wir wussten, dass spätestens ab 18Uhr, die meisten wieder ihre Heimreise antreten würden, nahmen wir es gelassen und liessen das Spektakel einfach auf uns wirken. Den Sonnenuntergang konnten wir dann wieder in aller Ruhe geniessen. Vielleicht war jetzt soviel los tagsüber, weil wir genau übers Wochenende hier waren, wir wissen es nicht. Aber falls möglich, werden wir beim nächsten Mal während der Woche oder am Ende der Saison hierhin zurückkehren. 

Wind aus Süden zwang uns schliesslich die Bucht am folgenden Tag zu verlassen und so machten wir uns wieder auf den Weg Richtung Ibiza. Unser Ziel, die Bucht Cala Bassa, die wir ja schon gut kennen. Wir hatten die ganze Strecke herrlichen Rückenwind und konnten endlich unser Oxley Segel, unser Leichtwindsegel, fliegen lassen. 

Das Segeln war so angenehm. Kein Rucken, kein Schlagen, Adesso zischte geschmeidig durchs Wasser. Die letzten drei Meilen mussten wir motoren, da der Wind leider einbrach, aber den grössten Teil der Strecke hatten wir aussschliesslich mit der Kraft des Windes zurückgelegt… ein schönes Gefühl. Die nächsten zwei Tage vertrieben wir uns die Zeit mit Schnorcheln, Kayak fahren und ich profitierte von dem guten Wetter, um für saubere Kleider zu sorgen.

Als die Wellen am nächsten Morgen anfingen sich bis ins Innere der Bucht aufzubauen, entschieden wir die, nur 3 Seemeilen entfernte, Bucht Caló el Moro, nördlich von Sant Antoni de Portmany anzusteuern. Hier wollten wir Schutz suchen vor dem Starkwind der für die nächste Nacht und die kommenden Tage aus Nord vorausgesagt war. Wir stellten uns auf eine ungemütliche Zeit ein…und unser Bauchgefühl täuschte sich nicht.. 😦

Doch bevor es in der Nacht richtig über uns hinweg blies und wir richtig durchgeschüttelt wurden, hatten wir noch einen richtig schönen ereignisreichen Tag. Als wir morgens ankamen, frühstückten wir erstmal gemütlich bevor ich mich auf den Weg zum Supermarkt machte. Ich nutze normalerweise jede Gelegenheit, wenn eine Einkaufsmöglichkeit besteht, um frisches Obst und Gemüse einzukaufen, weil es mir doch sehr wichtig ist, dass wir uns hier an Bord gesund ernähren. Da der letzte Einkauf aber jetzt schon längere Zeit zurücklag, war es definitiv an der Zeit unseren Kühlschrank wieder aufzufüllen. Am Nachmittag freute ich mich auf den Besuch eines langjährigen Arbeitskollegen, der ein paar Urlaubstage mit seiner Partnerin auf Ibiza verbringt. Für uns war es eine sehr schöne und angenehme Abwechslung. Wir genossen gemeinsam eine kühle Flasche Rosé und die Zeit verging wie im Fluge. Ein toller Nachmittag, danke für den Besuch 🙂 

Abends nutzten wir die Nähe zur Stadt bei noch angenehmen Bedingungen, um mit dem Beiboot in den Hafen zu fahren und in „unserem“ Thai einen köstlichen Curry zu geniessen. 

So gegen 22 Uhr gingen wir in die Koje, denn wir wollten noch so lange schlafen, bis der Sturm eintreffen würde. Um 01 Uhr gings dann los. Unmissverständlich war er angekommen. Böen von über 30 Knoten fegten über Adesso hinweg. Es ruckte in den Seilen, Adesso sprang hin und her, die Wellen schlugen gegen den Rumpf, aber der Anker hielt…Uff! Trotz elektronischer Ankerwache wechselten wir uns mit der Ankerwache ab, denn der Wind blas in einem ungünstigeren Winkel in die Bucht hinein als vorausgesagt, so dass wir weit weniger Schutz als erhofft hatten. Sowieso war an Schlaf nicht zu denken, aber derjenige, der „Pause“ hatte, konnte sich wenigstens in die Koje zurückziehen und ein bischen vor sich hin dösen. Ja, solche Nächte sind wirklich nicht schön und da kommt es dann schon mal vor, dass man sich ein ganz normales Bett an Land wünscht. Der kommende Tag wurde leider auch nicht viel besser. Es blieb richtig windig und am Nachmittag zog ein schweres Unwetter über Sant Antoni hinweg. An solchen Tagen heisst es dann: Zähne zusammenbeissen und ausharren. Der Weg zum Strand mit dem SUP hatte es natürlich auch in sich. Eigentlich hatten wir geplant, dass Guy mich mit Chico mit dem Beiboot am Steg absetzen würde, aber daran war nicht zu denken, denn die Wellen schlugen bis über den Steg hinweg. Das hätte unser Beiboot nicht überlebt. Mit dem SUP schaffte ich es ohne runter zu fallen, aber nicht ohne nass zu werden. Chico hatte es einmal so eilig, dass er das angespühlte Seegras wahrscheinlich mit dem Strand verwechselte, und schon 4-5 Meter zu früh vom SUP runtersprang um dann in einer Suppe von Seegras unterzutauchen. Als er am Strand ankam, bekam ich fast einen Schock. Da war kein Fell mehr zu sehen, nur ein Seegrasbüschel!!! Als ich mit ihm nach dem Pippispaziergang wieder auf Adesso ankam, musste er dreimal Duschen und dazwischen immer wieder Kämen über sich ergehen lassen. Auf der einen Seite, tat er mir ein bischen Leid, aber auf der anderen Seite, hätte er einfach mal auf mich hören sollen, als ich ihn ermahnte noch nicht runterzuspringen…grrr.

Am Abend beruhigte sich das Wetter allmählich. Nach dem Abendessen gingen wir relativ früh ins Bett, denn wir hatten beide noch ein paar Stunden Schlaf nachzuholen. Am kommenden Morgen war es wieder Zeit für einen Tapetenwechsel oder besser gesagt, einen Buchtenwechsel. Da der Wind wieder aus südlichen Richtungen vorausgesagt war und draussen noch stolze Wellen von über 1,5m herrschten, steuerten wir wieder die Cala Bassa an, die nur 3 Seemeilen auf der anderen Seite der grossen Bucht liegt. Seit gestern liegen wir jetzt hier vor Anker. Tagsüber ist auch hier sehr viel los, viele Motorboote und der Strand voller Leute, aber morgens und abends ist es richtig angenehm. Heute morgen war ich eine Runde bis zum Torre Rovira laufen und anschliessend schnorcheln…und jetzt, sitze ich hier und schreibe diesen Blog 😉 

Morgen planen wir wieder Richtung Norden zu segeln, wohin genau, wissen wir noch nicht. Hier wären wir dann vor dem vorausgesagten stärkeren Südwind gut geschützt der Samstag und Sonntag über Ibiza hinweg ziehen soll. Wir erhoffen uns die Strecke wieder bei leicht seitlichem Rückenwind angenehm segeln zu können, sollten die Windvorhersagen stimmen…

Danach würden wir gerne die Ostseite von Ibiza erkunden, wenn die Wetterbedingungen es zulassen…

Dazu mehr im nächsten Blog.

Raymonde

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