Buchtenhopping entlang der Ostküste von Ibiza

Nach drei Tagen in der Marina Ibiza in denen wir ausgiebig von den vielen Restaurants profitiert haben (die Küche auf Adesso blieb kalt) und durch die vielen engen Gassen der Altstadt Eivissa geschlendert sind, machten wir uns auf den Weg die vielen Buchten der Insel zu erkunden. 

Die erste Bucht die wir ansteuerten, war die Cala Talamanca, eine grosse Bucht direkt nördlich des Hafens gelegen. Hier liegen viele Boote vor Anker wegen ihrer Nähe zur Hauptstadt.

Die Cala Talamanca ist umringt mit vielen Strandrestaurants, Bars und einigen Hotels und an diesem Sonntag, bei herrlichem Wetter, bis auf den allerletzten Platz gefüllt. Wir gingen ein bischen spazieren, verweilten aber die meiste Zeit auf Adesso. Hier verbrachten wir eine Nacht und morgens nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg. Wir entschieden uns die Ostseite hochzusegeln und hatten uns die Cala d’Hort als Ziel ausgesucht. Anfangs entschieden wir uns zu Motoren, denn der Wind war nicht optimal und wir zogen es vor, freie Sicht auf die unzähligen Fähren zu haben die zwischen Ibiza und Formentera den ganzen Tag hin und her brausen. Danach konnten wir einige Zeit die Segel setzen. Auf dem Weg entlang der Südostküste kamen wir an den vorgelagerten Inseln Es Vedra und Isla de es Vedranell vorbei.

Guy endeckte in dem Felsen links einen Mann mit Turban und Bart 😉

Als wir in Cala d’Hort ankamen waren noch zwei andere Boote vor Anker, aber wir fanden noch einen Platz zum Ankern auf einem hellen Sandfleck. Denn es ist verboten auf Poseidonia Flächen (Seegras) zu ankern, weil diese sonst zerstört werden und mit ihnen ein wertvoller Lebensraum für sehr viele Meeresbewohner verloren ginge. Ich finde es richtig und gut, dass diese geschützt werden und ein Umdenken stattfindet, aber es ist manchmal echt nicht so einfach einen geeigneten Sandfleck zu finden, der dann auch noch weit genug von anderen Booten, Felsen oder dem Strand entfernt ist. Als abends die beiden anderen Boote die Bucht verliessen und der Wind die Richtung wechselte, ankerten wir noch einmal um und verlegten Adesso weiter mittig in die Bucht, so dass wir nach allen Seiten hin genügend Platz hatten. Wir verbrachten schlussendlich sechs Tage hier. Das lag auf der einen Seite daran, dass die Bucht uns sehr gut gefiel und uns meistens auch sehr guten Schutz vor Wind und Wellen bot. 

Bei jedem Spaziergang oben auf der Felsenküste entlang, genoss ich die herrlichen Ausblicke. Ich machte so viele tolle Fotos und die Entscheidung, welche ich hier im Blog veröffentliche, fiel mir echt schwer. Mir gefallen sie alle super gut, ich hoffe euch auch 🙂

Der andere Grund, warum wir fast eine Woche hier vor Anker blieben, war der, dass, als erst ich mich angeschlagen und krank fühlte und zwei Tage danach Guy. Irgendwo hatten wir uns wohl etwas aufgeschnappt, keine Ahnung was, aber laut Schnelltest war es wohl kein Corona. Als es uns beiden wieder besser ging, liessen wir es uns nicht nehmen zwei sehr angenehme Abende im Restaurant El Carmen zu verbringen, mit Blick auf die herrliche Bucht und Adesso.

Unsere letzte Nacht hier in der Bucht, war dann leider gar nicht so toll, denn der Wind hatte gedreht und mit ihm kamen die Wellen voll in die Bucht. So nah liegt ein perfekter Abend, den wir in vollen Zügen an Bord genossen haben und ein paar Stunden später, eine schlaflose Nacht in der man kein Auge zubekommt, beieinander. So haben wir am morgen auf das Frühstück verzichtet und sofort nach dem Chicopippispaziergang den Anker gelichtet um dem Gewackel zu entfliehen.  Wir fuhren weiter Richtung Norden an der Ostküste entlang, an der Insel Illa Sa Conillera vorbei bis in die Cala Bassa. Hier lag schon ein grösseres Segelboot vor Anker, aber es war noch genügend Platz für uns.

Die Bucht war sehr schön und die Farbe des Wasser richtig toll. Doch mit der Idylle war es ziemlich schnell vorüber, denn es war ja wieder Sonntag und so füllte sich die Bucht sehr schnell mit kleinen Motorbooten, Touristentagesbooten, Jetskis usw. Am Strand gab es den Beach Club Cala Bassa, einen Club für Gäste mit gehobenen Ansprüchen oder anders ausgedrückt, die bereit sind viel Geld auszugeben und dabei auch gerne beobachtet werden. 

Es war wirklich alles sehr stylvoll eingerichtet aber die Preise in den Restaurants, Shops und dem Wellnessbereicht waren heftig und in meinen Augen leicht übertrieben. So zogen wir es vor heute abend auf Adesso zu kochen…Wir verbrachten einen sehr ruhigen Abend und eine erholsame Nacht hier, denn ab 19 Uhr war der Club geschlossen und der Strand menschenleer. Was für ein Unterschied, die selbe Bucht, fast nicht wieder zu erkennen. Am nächsten Morgen war Bootspflege und Haushalt angesagt. Guy schrubbte das Boot sauber (es ist kaum vorzustellen, aber man könnte jeden zweiten Tag das Boot putzen. Es ist immer dreckig. Entweder hat der Wind wieder eine Ladung Staub über dem Boot verteilt, oder Salzkrusten von der letzten Fahrt müssen entfernt werden oder Sandspuren vom letzten Spaziergang mit Chico… Ich kümmerte mich stattdessen um die Wäsche, denn heute waren perfekte Bedingungen bei denen die Kleider auch schnell wieder trocken sind. Nach dem Mittagessen, haben wir uns dann auf den Weg Richtung Sant Antoni de Portmany gemacht. Bis in die kleine Bucht Calo el Moro war es nur eine kurze Strecke von knapp 4 Seemeilen. Es ging uns vor allem darum in der Nähe der Ortschaft zu ankern um Einkäufe zu tätigen, denn inzwischen war alles Frische aufgebraucht.  Während ich unser ganzer Proviant verstaute, fuhr Guy auf Erkundungstour mit dem Beiboot um einen geeigneten Platz zu finden wo wir dieses später sicher festmachen könnten. Den Abend verbrachten wir in der Stadt. Als erstes gingen wir einen Coctail in den Cafe del Mar trinken. Ich wollte unbedingt einmal ins Cafe del Mar nachdem ich mir jahrelang diese CD’s angehört habe und davon geträumt habe, diese Musik auch einmal live zu erleben. Aber ich muss leider eingestehen, dass ich mir unter dem Cafe del Mar Ibiza doch viel mehr erwartet habe. Vor allem was seine Location anbelangt. Ich hatte mir das alles authentischer vorgestellt, hölzerne Tische und Stühle auf einem Küstenvorsprung… Doch es stellte sich heraus, dass es doch eher ein ganz normales Restaurant ist, zwar mit schönem Ausblick und tollen Sonnenuntergängen, aber direkt an einer Strandpromenade gelegen. Schön aber nichts Besonderes…in meinen Augen…die Coctails waren teuer, aber auch lecker…

Zum Abendessen hatten wir ein kleines Thairestaurant gefunden mit sehr guten Currygerichten. 

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg weiter Richtung Norden. Die Nordküste Ibiza’s ist noch wild und kaum bebaut. Das Meer war fast spiegelglatt, aber auch kein Wind. Daher motorten wir uns langsam die Küste entlang. Dabei konnten wir die Ses Margalides bestaunen, eine bizarre Felsformation. 

Als heutiges Ziel hatten wir uns die Cala de Port de Sant Miquel ausgesucht. Ein bischen trichterartig erstreckt sich die Bucht wie ein Fjord in die Küste hinein. Hier erwarten wir uns guten Schutz vor Wind und Welle aus südlicher Richtung. Die Cala gefällt uns wirklich sehr gut und im Moment ist hier auch noch wirklich nicht viel los. Leider befinden sich unten am Strand an einem Hang riesige Wohn-und Hotelanlagen. Wenn die in der Hauptsaison voll ausgebucht sind, dann sieht es hier wohl anders aus. Heute morgen war ich zum Torre de Balansat o Des Molar spaziert. Ein toller Weg führt durch den Pinienwald an der Bucht entlang bis zum Torre. Gut, dass ich mich dazu entschlossen hatte, heute vormittag da hoch zu wandern, denn es war schon richtig heiss und kaum Schatten. Aber die Mühe wurde natürlich wieder mit herrlichen Ausblicken (und Fotos) belohnt.

Wie lange wir jetzt noch hier bleiben, hängt von den weiteren Wettervorhersagen ab. Sobald der Wind wieder auf Nord dreht, wird es hier dann wohl wieder ungemütlich werden. Dann machen wir uns auf den Weg in eine andere Bucht, die dann besseren Schutz bietet…Dazu dann mehr im nächsten Blog.

Danke fürs Lesen.

Raymonde

3 Kommentare

  1. No 10 Deeg un der Südostküst vun der Corse, wou mer och e puer Segler gesinn hunn, déi d’Nuechten an de rouege Buchte verbruecht haten, koum äre Blog elo ganz ze paass, fir nees un eis Vakanz ze denken! MERCI fir är detalléiert Beschreiwungen!
    Eng Fro, déi mir eis bei där Geleegenheet gesatllt haten: wat mecht een op engem Segelboot/Katamaran mat sengem „Grauwasser“ oder nach méi problematesch, mat sengem „Schwarzwasser“? Einfach Oflossen geet beim Leschten jo awer bal net, oder?
    A wat d’Botze vum Boot ugeet: mir hun am Hafe vu Bonifacio Ee gesinn, dee säi Boot mat vill Léift – an eau de Javelle – gebotzt huet. An dat ass duerno, beim Ofschwenken, alles bei de Fësch gelandt. Ech hu gemengt ech géif spannen! A kee Mënsch am Hafen huett dat iirgendwéi schlëmm fonnt…
    Eech zwee weider gudde Wand a wéineg Wellen!
    lG
    John

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    1. Salut John
      Fir op deng Fro ze äntweren. Et gin speziell Wäschproduits dei gemach sin fir d’Liewen um Boot, dei biodégradable sin an keen Problem fir Fesch an Miirorganismen duerstellen. Mir benotzen entweder deer oder bei Shampoing asw. Produits aus dem Biobuttik dei och op natirlecher Basis sin. Waat Schwarzwasser ubelangt, do hun mir zwee Tanken dei mir kennen opmachen wann mir ennerwee sin an weit vun der Küste ewech. An den Buchten gett den Krunn no baussen zou gemach an et gett dann alles an den Tanken gesammelt. An verschiddenen Häfen gin et och Ofsaugvirrichtungen mee vu dass mir quasi nie am Hafen sin, gestalt daat sech schwiereg.
      Lg

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