Nazare – Peniche – Cascais

Ich schreibe diesen Blog mit Blick auf die Strandpromenade von Cascais. Von unserem Ankerplatz haben wir eine schöne Sicht auf das Getummel am Strand, die Hafeneinfahrt oder die Windsurfer in der Bucht, je nachdem wie Adesso sich gerade an der Ankerkette hin- und herdreht, ein 360Grad Panoramablick.

Cascais würde ich spontan als „Cannes von Portugal“ bezeichnen. Überall gibt es schöne Villen zu bestaunen, helle saubere Mosaïkpflaster, viele teuere luxurieuse Geschäfte und Restaurantpreise, die denen in Luxemburg sehr nahe kommen. Aber uns gefällt Cascais ganz gut, so dass wir auch noch heute hier vor Anker blieben. Denn wir waren in den letzten Tagen viele Stunden unterwegs. Wir wollen ja Strecke machen und nach Süden kommen, in die Algarve. Aber als wir vorgestern ankamen, haben wir beschlossen, sollte Cascais uns gefallen, länger hier zu bleiben…einfach ein bischen Tempo rausnehmen, mehr Zeit zum Geniessen. Wir haben ja eigentlich Zeit…doch irgendwie sind wir auch innerlich getrieben…wollen wir doch so schnell wie möglich in die kleinen Buchten der Algarve, raus aus den Atlantikwellen, bevor die Herbststürme kommen…

In der letzten Woche haben wir drei verschiedene Orte besucht. Unser erstes Ziel nach Figueira da Foz war Nazaré, ein sehr beliebter Ort bei Surfern und Sonnenanbetern. Im Hafen wurden wir sehr nett empfangen und man half uns mit den Festmachern. Leider war unser Hafenplatz sehr unruhig, weil die Fischer ohne Rücksicht zu nehmen mit vollem Tempo rein und rausbrausten. Die Wellen trafen dann jedesmal ungebremst auf die Boote am Aussensteg, der auch für die Katamarane reserviert war. Wir hatten am ersten Abend ein kleines unscheinbares Restaurant gefunden, in dem wir einen super lecker zarten Steak vernaschten. Danach sind wir noch die Strandpromenade entlang gelaufen und liessen die ganze abendliche Athmosphere auf uns einwirken. Bis Mitternacht haben hier die Geschäfte geöffnet. Noch am späten Abend waren die Strassen gerammel voll mit Leuten. Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg um das oben gelegene Nazare und den Farol de Nazaré zu erkunden. Ich habe die Treppen nicht gezählt, aber es waren viele…schweissgebadet kamen wir oben an, aber die Aussichten waren spektakulär.

Blick auf Nazaré und die Hafeneinfahrt

Wir besichtigten den Forte de São Miguel Arcanjo in dem auch viele der Surfbretter ausgestellt werden von bekannten Surfer die die Big Wave bezwungen haben. Von hier aus halten die „Spotter“  der professionellen Surfer dann Ausschau nach der perfekten Welle und geben die Info an das Team und den Surfer im Wasser weiter.

Strand der Big Waves
Surfbrettaustellung im Forte de São Miguel Arcanjo

Nazaré ist nicht nur bekannt für seine Wellen, sondern auch für den Fischfang. Wir haben uns des öfteren gefragt, wie es überhaupt noch möglich ist, dass noch Fische im Atlantik schwimmen bei der Anzahl an Fischerbooten und Netzen die in dieser Gegend überall zu sehen sind. Teilweise mussten wir Slalom zwischen den Netzen fahren sobald wir in Landnähe kamen.

An einem Strandabschnitt werden die Fische noch wie früher an der Luft und unter der Sonne getrocknet und dann an der Strandpromenade verkauft. Bei uns beiden sollte aber kein Hungergefühl aufkommen bei dem Anblick und dem unverkennbaren Geruch…

traditionelle Fischtrocknung am Strand

Am kommenden Tag ging es dann weiter nach Peniche. Hier ankerten wir vor dem Strand rechts vom Hafen. Der Hafen war komplett voll, für uns war da kein Platz mehr. Aber dies war auch nicht schlimm, denn auch hier rasten den ganzen Tag die Fischer rein und raus und schwellfrei war der Hafen auch nicht. Trotz des Windes lagen wir ruhiger draussen vor Anker. Peniche hat eine grössere Durchgangsstrasse mit Restaurants auf beiden Seiten und es war gerade Kirmes. Durch den Ort waren wir schnell durch und so beschlossen wir bis zum Cabo Carvoeiro zu spazieren. Von hier aus hatten wir schöne Ausblicke auf das Meer und entdeckten viele versteckte Felsvorsprünge die den Fischern bestimmt schon jahrzehntelang als Anglerplätze dienten. 

Cabo Carvoeiro

Sie waren immer mit einem kleinen gelben Fischsymbol gekennzeichnet. Auf unserem Rückweg zum Hafen haben wir dann den schönsten Teil von Peniché entdeckt, den Miradouro do Carreiro de São Marcos: kleine Gassen mit alten Häusern mit farbigen Fassaden die entlang der Felsklippe einer kleinen Bucht gebaut waren.

Miradouro do Carreiro de São Marcos

Am kommenden Tag ging der Wecker um 6.30Uhr, wir wollten heute früh los, denn es lagen knappe 50 Seemeilen vor uns bis nach Cascais. Wir hofften die Strecke in 9 Stunden zu schaffen, denn es war konstanter Rückenwind aus NNW von 12-15 Knoten gemeldet. Aber, wie so oft, war der Wind dann doch meistens schwacher und meistens auch genau von achtern, so dass der Baum mit dem Grosssegel viel hin und her klapperte und Adesso wieder ziemlich hin- und hergerüttelt wurde. Wir uns dann entschieden die restliche Strecke mit Unterstützung des Vorsegels zu motorsegeln.  Guy war zwar anfangs nicht so begeistert von meiner Idee, den Motor als Unterstützung einzusetzen und meinte „dann hätten wir kein Segelboot kaufen sollen“. Aber diese Atlantikwelle schräg von hinten und dann schwacher Rückenwind, da macht Segeln keinen wirklichen Spass…mir wenigstens nicht und ich will dann einfach nur schnellsmöglich ankommen. Irgendwann lies er Gnade walten und starte den Motor… MERCI Guy….

Gegen 18 Uhr haben wir unsere Festmacher hier in Cascais im Hafen an der Tankstelle angebracht, denn durch das viele Motoren in den letzten Wochen, war unser Tank dann auch schon ziemlich leer, so dass wir den sofort auffüllen wollten. Danach entschlossen wir uns neben dem Hafen vor den Stadtstränden zu ankern. Die letzten zwei Tage haben wir jetzt Cascais erkundet und bei unserer Entdeckungstour gestern, habe ich sogar einen Thaimassagesalon entdeckt und natürlich prompt gestern Nachmittag eine Thaimassage genossen 😉

Dieser Ausblick fand ich irgendwie interessant, vorne das „organisierte Chaos“ der Fischer, hinten das Getummel auf dem Strand und die Strandpromenade mit ihren prunkvollen Häusern…

Heute morgen sind wir bis zum Boca do Inferno spaziert, eine bekannte Felsformation mit einer bogenförmigen Öffnung durch die bei rauer See die Wellen hochpeitschen.

Boca do Inferno

Auf dem Weg dahin, konnten wir noch viele weitere Aussichten geniessen.

In Cascais gab es wirklich viele schöne Ecken zu bestaunen und es hat uns sehr gut gefallen. Heute abend werden wir noch in einem gemütlichen Restaurant in der Hafenumgebung ausklingen lassen, bevor wir uns morgen weiter Richtung Sesimbra machen.

Darüber dann im nächsten Blog mehr.

Raymonde

6 Kommentare

    1. Lisboa gëtt also ausgelooss!
      Mais Sesimbra ass och schéin.
      Merci fir är Zäit, déi et all kéiers kacht, eis, Stalkeren, mat Neiegkeeten ze fidderen!
      Gudde Wand!

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      1. Hallo John
        Jo, mir hun décideiert Lissabon „auszelossen“. Mir fillen eis allenzwee an Groussstied net wirklech wuel… Porto, Nazare an lo Cascais gin eis duer… deen Trubel an Verkéier an Hektik vun Lissabon muss net sin an och mam an fir den Chico bestemmt richteg stresseg.
        Waat eis zu Sesimbra erwaart wessen mir net, mir lossen eis iwerraschen…
        an wann een sou fein Kommentaren kritt, dann hëllt een sech gären déi Zéit fir e Blog ze schreiwen 🙂

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