Ankuft in A Coruña

Wie versprochen melde ich mich jetzt aus Spanien. Vor 4 Tagen bin ich nach fast 2000km Fahrt gut hier in A Coruña angekommen. Ich war am Sonntag morgen um 3.30 Uhr in Luxemburg gestartet. Wie erhofft kam ich um diese Uhrzeit ohne Verzögerungen gut voran. Mein erstes Etappenziel war Gradignan, südlich von Bordeaux. Kurz vor Bordeaux stand ich dann doch eine gute halbe Stunde im Stau, was aber noch zu verkraften war. Im Hotel angekommen gönnte ich mir ein grosses kaltes Bier, was ich so richtig genossen habe, machte noch eine kleine Pippirunde mit Chico und holte anschliessend ein bischen Schlaf nach. Das Wetter war super gut, so dass ich mein Abendessen bei 25 Grad auf der Hotelterrasse geniessen konnte. Die Wärme der Sonnenstrahlen tat richtig gut nachdem in Luxemburg die letzten Tage und Wochen ja nur unangenehmes Herbstwetter und Überschwemmungen an der Tagesordung waren 😦

Am nächsten Morgen bin ich nach dem Frühstück noch eine grössere Runde mit Chico in den angrenzenden Park spazieren gegangen, denn er musste ja wieder für ein paar Stunden ruhig in seiner Transportbox im Wagen ausharren. Aber ich bin richtig froh und erleichtert, dass er wirklich gerne Auto fährt und ohne Widderstand in seiner Box verweilt. Grossen Respekt CHICO, denn ich denke da gibt es eine ganze Reihe Hundebesitzer, die da weniger Glück haben.

Nach gut 500km bin ich dann an meiner zweiten Etappe in Valles nahe Reocin angekommen. Auf dieser Etappe kam ich auch ohne Schwierigkeiten voran und erfreute mich unterwegs immer wieder an der schönen Landschaft zwischen Biarritz und Bilbao, eine Mischung aus Österreich und der Bretagne. Auf der einen Seite hohe Berge, auf der anderen Seite wilde Felsküste. Ich war wirklich gut vorangekommen, aber kurz vor dem Ziel stand ich vor dem Problem, dass das Hotel sich leider nicht da befand wo mein Navi es mir anzeigte. Ich irrte ziemlich lange in den schmalen Gassen umher und entschloss mich dann im Hotel anzurufen, was mir aber auch nicht wirklich weiterhalf, denn die Dame am Telefon sprach leider nur Spanisch. Ich bin zwar seit ein paar Monaten dabei mir ein bischen spanisch Kenntnisse anzueignen, aber hier stellte ich schnell fest, dass ich noch nichts verstehe. Schlussendlich fand ich heraus, dass es ein gleichnamiges Hotel etwas weiter an der Hauptstrasse gibt und so versuchte ich mein Glück dort. Hier war ich dann richtig und man teilte mir mit, dass das Hotel früher unten im Dorf gestanden hat, später dann aber neu an dieser Hauptstrasse errichtet wurde…Aber ich war angekommen, das war das Wichtigste. Ich brachte meine Sachen aufs Zimmer, und dazu gehört übrigens auch mein kleiner Ibiskus, ein Setzling von meinem schönen Ibiskus den ich in Luxemburg zurücklassen musste. Eine Pflanze hatte ich mit Guy ausgehandelt ;-), dürfte mit auf Adesso… So nahm ich jeden Tag meinen kleinen Ibiskus mit ins Zimmer, weil er in der Hitze im Auto wahrscheinlich eingegangen wäre. Natürlich brachte mir das fragenden Blicke ein und so wurde ich dann auch jedes Mal von den Mitarbeitern gefragt, warum ich eine Pflanze dabei hätte. Sie waren dann immer ganz interessiert, wenn ich erklärte, dass ich unterwegs zu meinem Mann sei der mit unserem Boot auf mich (und Chico) in A Coruña warten würde…Da ich noch ein paar Stunden Zeit hatte bis zum Abendessen, welches ja hier in Spanien erst ab 20.30Uhr serviert wird, entschloss ich mich mit Chico einen Spaziergang zum Rio Saja zu machen. Hier vergnügten sich die Jugendlichen aus der Umgebung. Sie machten Kunststücke von der Brücke in den Fluss, nahmen ein Bad, sonnten sich. Auch ich verweilte hier eine ganze Weile. Hier ein paar Eindrücke:

Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung A Coruña. Dies war meine kürzeste Etappe mit knapp 400km, aber sie erschien mir als die längste. Ich konnte es einfach nicht mehr erwarten endlich anzukommen und Guy in meine Arme zu nehmen. Nach ungefähr 4 Stunden Fahrt war das Ziel, die Marina Coruña, schon zum Greifen nah. Doch auf den letzten 3 km verrannte ich mich dann doch nachdem ich unerwartet in einen Tunnel kam und mich schnell zwischen zwei Ausfahrten entscheiden musste und natürlich prompt die falsche nahm. Aber ich hatte noch Glück, denn es führte noch eine andere Strasse zum Hafen, so dass mein Umweg sich noch in Grenzen hielt. Am Hafenparking angekommen, wartete Guy schon auf mich und war sichtlich froh und erleichtert, dass ich angekommen war. Im Parking angekommen vielen wir uns erleichtert in die Arme. Chico war so aufgeregt und froh als Guy ihn aus der Box holte. Er sprang wie verrückt auf und ab. Wir entschlossen erstmal aufs Boot zu gehen, etwas zu trinken und dann erst mit dem Auspacken zu beginnen. (damit waren wir später lange, sehr lange beschäftigt, denn ich hatte ja den ganzen Wagen, gemäss meinen Tetris-Fähigkeiten, richtig vollgepackt).

Folglich herrschte nach dem Auspacken das totale Chaos auf Adesso. Überall waren die Koffer und Bananenkisten verteilt. Ich verbrachte den ganzen Abend und den folgenden Vormittag damit alles zu verstauen…Danach zeigte Guy mir die Altstad von A Coruña und wir fanden ein kleines Thairestaurant wo wir uns ein leckeres Currygericht genehmigten.

Wir gingen an diesem Abend ziemlich früh in die Koje, denn am kommenden Morgen hatten wir eine lange Strecke zu bewältigen, über 1000km nach Cartagena. Unser Plan war und ist es ja, dass ich mit unserem Wagen nach A Coruña käme (check!) und dass wir den anschliessend nach Cartagena bringen würden (wo wir unseren Winterliegeplatz haben werden) um dann am folgenden Tag mit einem Mietwagen wieder zurück nach A Coruña zu kommen.

Wir hatten beide nicht wirklich Lust auf diesen Trip. Es gibt sicherlich Angenehmeres als über 2000km in zwei Tagen zu fahren, zweimal quer durch Spanien von Nordwest nach Südost, vom Atlantik zum Mittelmeer. 

Aber wir haben es geschafft, es hat alles ohne Probleme geklappt und wir hatten sogar in Cartagena noch ein paar Stunden Zeit um uns schon einen ersten Eindruck von dieser sehr schönen Stadt zu machen. In der Abendbeleuchtung fand ich die alten Gebäude noch beeindruckender als bei Tageslicht.

Heute morgen hat Guy unseren Mietwagen wieder abgegeben. Wir waren beide wirklich erleichtert, dass alles so wie geplant geklappt hat, denn wir hatten doch unsere Zweifel. 

Wir planen jetzt morgen hier in Coruña abzufahren. Bevor es (endlich) losgehen kann, waren wir heute morgen noch Einkäufe erledigen und während Guy schon die Route für morgen plant und Adesso von der Wohnung ins Boot umwandelt, habe ich mich noch heute mittag auf Erkundungstour zum Torre de Hercules gemacht. Dies ist der älteste noch funktionnierende Leuchtturm der Welt. Hier ein paar Eindrücke von meinem Spaziergang: 

Obwohl ich ja von beiden Städten nicht so viel gesehen habe, gefällt mir Cartagena auf jeden Fall viel viel besser und ich denke, dass wir uns hier wohlfühlen werden im Winter. So, jetzt noch den letzten Abend in A Coruña ausklingen lassen…

Bis bald

Raymonde

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