Biskayaüberquerung Einhand geschafft

Soviel schon mal vorab… Guy ist am Sonntag mittag in A Coruna angekommen, nach 4 1/2 Tage einhand über die Biskaya 🙂

Nein, das war kein Stein, der mir vom Herzen viel, als ich auf dem Tracker sah, dass Guy im Hafen angekommen war, das war ein ganzer Berg, ein 3000er!!!

Ich weiss nicht so recht wie er es geschafft hat 4 Tage und 4 Nächte ohne richtigen Schlaf durchzuhalten, aber er hat es vollbracht und die Überfahrt war definitiv alles andere als einfach. 

Als er in Roscoff gestartet ist, hatte er sich darauf eingestellt, dass der erste Teil bis rund um die île d’Ouessant hart am Wind sein würde und er ein bischen kreuzen müsste, aber danach sollte es bei angenehmen Seitenwind aus westlichen Richtungen entspannter durch die Biskaya weitergehen. Die Wetterprognosen waren eigentlich ganz vielversprechend, aber leider, wie schon so oft in der Vergangenheit, drehte der Wind viel früherer als geplant auf SW-SSW. Um auf Kurs Richtung A Coruna zu bleiben, versuchte Guy einen Tag lang gegen den Wind und die Wellen aufzukreuzen und musste dann frustriert feststellen, dass er nur 32 sm gutmachen konnte. Also entschied er sich vom Kurs abzuweichen und einen segelbareren Kurs zu wählen. Dieser führte ihn nun zur spanischen Nordküste zwischen Ribadeo und Navia. 

Das Schlimmste war, dass ich während dieser ganzen Zeit immer nur auf dem Tracker erahnen konnte, wie die Gegebenheiten waren. Unser Kontakt musste sich auf Kurznachrichten via Satellitenkommunikation beschränken, da Guy zu weit von der Küste entfernt war und so kein Telefonnetz mehr zur Verfügung hatte. Die Erkenntnis, dass man nur zuschauen und abwarten und nichts helfen kann, dieses Gefühl der Machtlosigkeit, hat mich auch jeden Abend vom Schlaf abgehalten. Ich war innerlich so aufgewühlt und machte mir echt grosse Sorgen und hatte Angst, dass ihm etwas zustossen könnte. 

Als er sich immer mehr der Küste näherte, beruhigte ich mich ein bischen, weil ich hoffte, dass er, nach 3 Tagen, dann irgendwo sicher im Hafen oder vor Anker liegen würde, um dann endlich ausschlafen zu können. Leider hielt meine Erleichterung nicht lange an, denn Guy teilte mir am frühen Samstag abend mit, dass er entschieden hätte, die Küste doch nicht anzulaufen, weil er dies ohnehin nicht mehr bei Tageslicht schaffen würde und dass er jetzt entschieden hätte auch noch die nächste Nacht durchzufahren. Sie hätten nur sehr wenig Wind gemeldet und so könnte er weiter die Küste entlang motoren. Dann würde er es auch am nächsten Tag schaffen A Coruna zu erreichen, bevor der Wind wieder auffrischen würde. Ich konnte seine Überlegungen nachvollziehen, aber es war dann doch ein Schock für mich…noch eine Nacht zittern… 😦

Gegen 12 Uhr mittags hat Guy dann sicher in einer Box im Hafen angelegt. Ich war soooooooo erleichtert…sooooooo froh und wirklich sehr sehr stolz auf ihn, dass er das so gut gemeistert hat. 

Bild von Vesselfinder.com

Er schrieb mir nur kurz, dass er jetzt das Boot, dann sich selbst entsalzen und noch eine Kleinigkeit essen würde und sich dann ein kleines Mittagsschläfchen genehmigen würde. Am Liebsten hätte ich ununterbrochen mit ihm hin und her geschrieben, aber ich wusste, dass er jetzt seine Ruhe brauchte. Aus der kurzen Rast wurde dann doch eine etwas längere, denn ich hörte nichts mehr von ihm bis zum kommenden Morgen. Kein Wunder, er hatte ja auch 4 Nächte Schlaf nachzuholen…

Inzwischen ist er wieder fit und hat schon ein bischen A Coruna erkundet. Leider hat er mir noch keine Fotos geschickt, sonst würde ich die hier mit euch teilen. 

Während Guy auf der Biskaya unterwegs war, habe ich hier in Luxemburg weiter meine professionellen Pflichten erledigt und meine To Do Liste abgearbeitet. Wenn alles klappt wie geplant, werden wir uns heute in einer Woche in A Coruna in die Arme fallen können. Hoffentlich…

Die Schlüsselübergabe vom Haus ist für Samstag geplant…nur noch ein paar Tage. Ich plane am Sonntag morgen früh hier in Luxemburg aufzubrechen und in drei Etappen die Strecke von fast 1900km hinter mich zu bringen. Eine lange Strecke, aber im Vergleich zu der Einhandüberquerung der Biskaya von Guy, der leichtere Part schätze ich mal…

Bis zum nächsten Blog…voraussichtlich aus Spanien 😉

Raymonde

9 Kommentare

    1. Merci Marc.
      Jo, ech hun och matgefiebert, daat kanns du dir jo virstellen… jo, hoffen dass ech nächsten Denchdeg rem beim Guy sin🤞
      An vlaicht gesin mir eis jo nächst Joer op Sardinien rem… wier flott👍

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      1. Dat wir wirklech flot ! Du wees Porto Torres as am notsten, soss Alghero oder castelsardo. Fuer virsichteg an direktioun « neit liewen ». Bis dann !

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