2 Törns : Hindeloopen-Enkhuizen-Lelystad ; Volendam-Hoorn-Lelystad

Leider fand ich in den Wochen nach dem Wochenendtrip Hindeloopen-Enkhuizen nicht die nötige Zeit und Inspiration um einen ausführlichen Bericht zu schreiben. Dann hole ich das jetzt nach…

Kurz vorweg : die letzten beiden Wochenendtrips hätten nicht unterschiedlicher sein können…

 

Hindeloopen-Enkhuizen

Dieses WE spielte der Wind mit…aber so richtig, er hatte die Hauptrolle, denn er blies konstant mit über 25-30 Knoten, teilweise sogar mit mehr als 40 Knoten. Inzwischen muss ich zugeben, dass ich lieber ein bischen mehr als zu wenig Wind habe, doch 40 Knoten sind dann doch ein bischen heftig.  Wir haben Kurs von Lelystad zu den Houtribschleusen und von dort Richtung Hindeloopen eingeschlagen. Zwar mussten wir hoch am Wind segeln, doch wir kamen gut voran. Der Wind wehte konstant aus Nord mit Stärke 3-4. Kurz vor Hindeloopen haben wir vor dem Deich in der Nähe eines kleinen Strandes geankert. Wir hatten uns vorgenommen hier die Nacht zu verbringen und die Natur und die Ruhe zu geniessen. Als Calimero sicher am Anker hing, hat Guy den Elektromotor auf dem Gummischwein befestigt damit wir mit Chico auf Pippitour gehen konnten. Hier waren wir wirklich fast im Niemandsland gestrandet. Soweit das Auge reicht : Deich, Felder, Feuchtgebiete…ein Paradies für Vögel.

Calimero an Gummischwéin

Nachdem sich Chico ausgiebig ausgepowert hatte, sind wir wieder zurück zu Calimero gefahren.

calimero un anker

Vor dem Essen, habe ich mir noch ein kleines Bad im Ijsselmeer genehmigt mit anschliessender Openairdusche. Das Wetter war herrlich. Pünktlich zum Sonnenuntergang sind wir wieder mit Chico an Land gefahren um noch einen gemütlichen Abendspaziergang am Deich entlang zu machen.

Am Morgen wollte ich alleine mit Chico an Land paddeln, denn ich war davon ausgegangen, dass am frühen morgen noch recht schwacher Wind weht. Das sollte aber nicht klappen, denn der Wind blies dann doch schon richtig heftig und ich zog es vor, Guy doch zu wecken, damit er mich mit Chico rüber an Land bringt. Guy hatte nämlich sicherheitshalber den Elektromotor für die Nacht auf Calimero befestigt, denn wir wollten nicht das Risiko eingehen, dass unser kleines Gummischwein mit dem Motor in der Nacht in den Wellen umkippt. Und ich wollte nicht das Risiko eingehen, den Motor alleine auf dem Beiboot zu befestigen… So musste Guy leider etwas früher in den Einsatz, aber er nahm es noch einigermassen gelassen 😉

Nach dem Frühstück haben wir uns auf den Weg Richtung Enkhuizen gemacht. Eigentlich wollten wir hier bei Enkhuizen einen weiteren Ankerstopp einlegen mit anschliessendem Mittagessen um dann in den Sonnenuntergang hinein zurück Richtung Lelystad zu segeln. Doch die Überfahrt von Hindeloopen nach Enkhuizen war echt heftig. Wir hatten das zweite Reff im Gross und auch das Vorsegel deutlich verkleinert, aber die Krängung von Calimero war immer noch beachtlich. Es war richtig sportlich, wir machten konstant mehr als 8 Knoten Fahrt. Der Wind verstärkte sich weiter und blies schlussendlich mit Stärke 5. Das Wasser vor Enkhuizen war so aufgewühlt, dass es eine ganz eigenartig helle Farbe hatte. So hatten wir das Ijsselmeer bis jetzt noch nicht gesehen. So richtig angenehm empfand ich das jetzt nicht mehr…doch…mir wurde nicht schlecht, was mich sehr erfreute !

Aber ich war echt froh als wir in Enkhuizen ankamen und daher machte ich Guy den Vorschlag die Nacht im Compagnieshaven von Enkhuizen zu verbringen und dann morgens etwas früher loszusegeln, damit wir so gegen Mittag in Lelystad ankämen.

Den Nachmittag verbrachten wir also in Enkhuizen, gingen einen bischen spazieren, etwas Kühles trinken und abends gemütlich ins Hafenrestaurant essen.

Am Morgen sind wir dann recht früh Richtung Lelystad aufgebrochen. Es sollte die richtige Entscheidung sein, denn der Wind blies noch immer aus nördlicher Richtung mit Stärke 4, aber die Wellen waren viel angenehmer da sie durch den Deich, der das Ijsselmeer und das Markermeer trennt, abgeschwächt wurden. So war die Überfahrt richtig angenehm. Wir kamen flott voran, denn wir brauchten nur 2 ½ Stunden bis nach Lelystad.

Jetzt stand dann leider wieder einpacken und nach Hause fahren auf dem Programm…

 

Volendam-Hoorn-Lelystad

Dieses Wochenende waren wir wieder mit Calimero unterwegs und diesmal hatten wir Besuch dabei. Meine Mutter wollte schon lange einmal ein Wochenendtrip auf dem Segelboot ausprobieren und da dieses WE deutlich weniger Wind gemeldet war, sollte ihr Wunsch dieses Mal in die Realität umgesetzt werden.

Wir entschlossen uns nach Volendam zu segeln da der vorausgesagte Nordwind uns einen gemütlichen Halbwindkurs ermöglichen sollte. Leider hielt der Wind nur am Anfang was er versprach, denn nach einer guten Stunde Fahrt, blieb nur noch ein kleines Lüftchen übrig. Also blieb uns keine andere Wahl als weiter zu motoren. Schade…

Leider blieb es nicht dabei, wir hatten bald mit etwas ganz anderem zu kämpfen : Mücken ! Unzählige Mücken überfielen uns und Calimero. Bald waren einzelne Stellen von Calimero so voll mit Mücken, dass es aussah als hätte ein Bienenvolk uns bevölkert. Überall waren Mücken, in unseren Haaren, auf der Kleidung und drunter, in Chico’s Fell…einfach überall. Das einzig Positive war nur, dass es wenigstens keine Stechmücken waren, aber auch so war es total unangenehm.

volendam

In der Marina von Volendam angekommen, haben wir als allererstes das ganze Boot mit dem Wasserschlauch abgespritzt. Erst danach waren wir in der Stimmung ein kühles Anlegebier zu geniessen. Noch mehr als das kleine Kühle, haben wir an diesem Abend die Dusche genossen.

Ein neues Lebensgefühl, so sauber, ohne Mückenleichen auf dem Körper 😉

Anschliessend sind wir mit meiner Mutter auf Erkundungstour in den Zentrum von Volendam gestartet und haben den Abend in einem Restaurant ausklingen lassen, wo wir eine gefühlte Ewigkeit auf unser Essen warten mussten. Irgendwie war heute der Wurm drin, aber morgen würde ja ein neuer Tag kommen…

Nach dem Frühstück sind wir gegenüber von Volendam südlich der Markeninsel an Anker gegangen. Hier wollten wir über Mittag bleiben, schwimmen gehen, die Sonne geniessen und etwas Kleines essen. Und wir wollten abwarten, wie sich der Wind entwickeln würde, denn die Vorhersagen waren alles andere als deutlich. Als der Wind gegen 14 Uhr aus Osten etwas zunahm, entschlossen wir uns nach Hoorn zu segeln. Wieder in der Hoffnung auf Halbwindkurs.

Wir segelten an der Küste entlang als wir bemerkten, dass immer mehr Unterwasserpflanzen neben und unter uns auftauchten. Nach und nach verabschiedete sich auch der Wind, so dass wir wieder motoren mussten. Diese Kombination erwies sich aber leider als sehr schlecht, denn bald machte Calimero nur noch 2 Knoten Fahrt durchs Wasser (normalerweise mindestens 5 Knoten unter Motor). Calimero quälte sich schleichend langsam durchs Wasser…immer mehr Wasserpflanzen hatten sich um die Schraube gewickelt und unser Kiel pflügte durch den Unterwasserwald wie durch ein Feld. Nein, das machte keinen Spass und alle Versuche von Guy, die Pflanzen mit Vorwärts- /Rückwärtsfahrt los zu werden, hatten nur sehr bedingt Erfolg.

Wir waren richtig froh als endlich wieder ein bischen Wind kam und wir das letzte Stück nach Hoorn segeln konnten. Diese Etappe erschien uns wie eine kleine Ewigkeit und wir waren echt froh endlich in Hoorn angekommen zu sein und unser Anlegebier zu geniessen, genauso wie die anschliessende Dusche.

Den Abend haben wir dann auf der Terasse des Restaurant Hooftoren bei herrlichem Sommerwetter und gutem Essen so richtig genossen. Nach einem kleinen Spazierganz am Hafen entlang und durch den alten Ortsteil von Hoorn sind wir erschöpft ins Bett gefallen. Hier ein paar Fotos von Hoorn : haus, breck, owendstemmung

Haus Hoorn

breck owend

turm owendstemmung

Pünktlich zum Sonnenaufgang bin ich mit Chico in den Julianapark spazieren gegangen. Ich geniesse es jedes Mal, wenn wir in Hoorn sind, morgens hier am Wasser entlang spazieren zu gehen und die aufgehende Sonne und die Ruhe zu geniessen.

chico

Relativ früh morgens sind wir  Richtung Lelystad aufgebrochen. Leider auch diesmal ohne die Unterstützung des Windes. Mir mussten die ganze Strecke zurück motoren, aber wenigstens dieses Mal ohne Mücken. Leider konnten wir meiner Mutter an diesem WE nicht wirklich viel Segelboot bieten, es war eher ein Motorboottrip, aber wenigstens wurde sie unter diesen Bedingungen nicht seekrank. Das WE vorher, was ja genau das Gegenteil in punkto Wind war, hätte ihr Magen wohl weniger gut vertragen.

Für das erste Mal, war für sie mit Sicherheit zu wenig Wind besser als zu viel, aber auf die Mücken und die Wasserpflanzen hätten wir gut verzichten können.

Nächstes Mal hoffen wir dann wieder auf etwas mehr Wind…

Raymonde.

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Eine Antwort zu 2 Törns : Hindeloopen-Enkhuizen-Lelystad ; Volendam-Hoorn-Lelystad

  1. Toisul Lily schreibt:

    Et war awer schéin an ech hun et genoss.

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