Terschelling

Von Vlieland nach Terschelling: 6,9 Nm — Calimero seit 2017: 365,8 Nm

Unser nächster Stop : die Insel Terschelling.

Gestern, Donnerstag, haben wir gegen 15 Uhr die Leinen im Hafen von Vlieland gelöst mit dem Ziel der Hafen von West-Terschelling. Wir konnten erst so spät losfahren, da wir auf das Hochwasser angewiesen waren um eine bestimmte Passage durchfahren zu können. Also starteten wir 1 Stunde vor Hochwasser Vlieland. Es ist auch nur ein ganz kleiner Schlag von Vlieland nach Terschelling, ungefähr 7 nm. Aber die Navigation ist schon anspruchsvoll, denn man muss genau in den Fahrwassern bleiben, d.h. immer schön zwischen den roten und grünen Begrenzungstonnen. So sieht man den Hafen von Terschelling schon ziemlich schnell nach der Hafenausfahrt von Vlieland genau gerade vor sich in Fahrtrichtung, doch man muss schlangenförmig dem Fahrwasser mit seinen vielen Kurven folgen. Hält man sich nicht daran, sitzt man wahrscheinlich schnell auf dem Trockenen, denn die Gebiete links und rechts neben dem Fahrwasser sind trockenfallend bei Ebbe. Aber alles klappte ohne Probleme. Wir sind die ganze Strecke mit seitlichem Wind gesegelt, nur an den kritischen Stellen zog Guy es vor den Motor mitlaufen zu lassen damit wir nicht zu sehr von der seitlichen Strömung abgetrieben werden.

In Terschelling angekommen hatten wir Glück und fanden an dem Steig für Schiffe bis 11m Länge noch einen freien Platz. Hier in Terschelling gibt es keine Boxen. Man liegt seitlich an Stegen.

2017-09-02 Hafen Terschelling

Calimero hinter der mächtigen Hafenmauer.

Im Moment ist hier nicht mehr soviel los und so liegt überall nur ein Schiff am Steg, aber in den Monaten Juli und August liegen die Schiffe bestimmt überall in Päckchen. Nachdem wir unser Liegegeld bezahlt hatten, war es Zeit für unseren Anleger. Danach sind wir ins 1km entfernte Dorf von West-Terschelling spaziert und haben auch hier in einem Restaurant zu Abend gegessen.

2017-09-02 Terschelling Hafenmauer

Die Hafenmauer bei Ebbe von aussen.

Heute morgen haben wir bei strahlendem Sonnenschein draussen gefrühstückt, denn Guy hatte Calimero gestern extra so angelegt, dass das Heck des Schiffes Richtung Osten ausgerichtet war. Danach haben wir mit klein Chico einen kleinen Spaziergang am Deich entlang und durch den Pinienwald wieder zurück gemacht. Nach einer kleinen Stärkung haben wir unsere Roller startklar gemacht um meht von der Insel zu entdecken. Wir sind am Deich entlang gefahren und bewunderten die eigenartige Naturlandschaft der Waddenzee bei Niedrigwasser. 2017-09-02 Ray TrottDas macht diese Inseln schon sehr besonders. Auf der einen Seite hat man die Waddenzee mit ihren immer wechselden Gesichtern, auf der anderen Seite diese kilometerlangen Strände und Dünenlandschaft. 2017-09-02 Terschelling EbbeNach ungefähr 10km sind wir dann Richtung Inselinnere zum Dorf Midsland abgebogen. Dann gings weiter zur Nordseeseite zum Dorf Midsland aan Zee. Hier sind wir am Strand entlang zum Strandpavillon von Formerum aan Zee gewandert und haben Chico mit seinem Ball ausgepowert. Nach einer weiteren kleinen Stärkung sind wir wieder zu unseren Rollern zurückspaziert und dann folgten wir dem Fahrradweg nach West aan Zee und von dort aus durch eine wunderschöne Landschaft zurück nach West-Terschelling. Dieser Abschnitt hat mir besonders gut gefallen, denn am Anfang durchfuhren wir eine herrliche Dünenlandschaft mit rosa blühenden Heiden so weit das Auge reichte.2017-09-02 Polder Danach verlief der Weg weiter durch einen Pinienwald. Am Schiff angekommen, haben wir es uns auf Calimero bequem gemacht und tankten noch Sonnenenergie. Dann wurden wir aber vom Hafenmeister auf seinem Schlauchboot aus unserer Gemütlichkeit gerissen, denn er forderte uns auf Calimero umzudrehen damit es mit dem Bug zum Ausgang ausgerichtet ist. Ich konnte das so gar nicht nachvollziehen, schliesslich standen wir ja jetzt schon seit gestern so und andere Boote um uns herum standen genau wie wir, mit dem Heck zum Steganfang. Er lies aber nicht locker und meinte, das wäre eine Sicherheitsvorschrift, denn nur so könnten die Schiffe im Fall eines Feuers im Hafen, schnell genug evakuiert werden. Mag sein, aber ich konnte es nicht nachvollziehen warum er nur uns ansprach und nicht auch die anderen aufforderte, die genau wie wir lagen. Guy hatte aber keine Probleme damit Calimero umzudrehen und bestätigte dem Hafenmeister, dass wir Calimero umdrehen werden. Ich fand das keine gute Idee, hatte auch jetzt keine Lust wieder alle Leinen zu lösen…wir standen doch jetzt so gut…grrr. Guy wollte dann Calimero ohne Hilfe des Motors drehen, nur mit den Seilen und dem Wind. Er stand am Steig und sagte mir ich solle auf dem Schiff bleiben und ihm, wenn Calimero sich gedreht hätte, die Vorderleine zuwerfen. Ich fand seine Idee gar nicht gut, ich alleine auf Calimero, naja, nicht ganz alleine, Chico war ja auch noch da, und er auf dem Steig…was wäre, wenn es nicht so klappt wie erhofft. Guy konnte meinen Unmut gar nicht nachvollziehen und meinte, ich solle nicht für jede Kleinigkeit eine Krise machen. Doch ich fühlte mich halt nicht sehr wohl bei der ganzen Sache, vor allem, weil ich nicht so recht wusste, was ich jetzt wann genau machen sollte. Doch es ging alles gut und so wie Guy es geplant hatte, aber leider war die gute Stimmung jetzt im Eimer. Schade, denn es war bis dahin ein super schöner Tag. Ich vefluchte den Hafenmeister dafür. Inzwischen hat Guy auch herausgefunden, dass laut Hafenreglement die jeweils ersten und letzen Schiffe an einem Steig sich so anlegen dürfen wie sie wollen, alle anderen dazwischen aber mit dem Bug zum Steganfang beziehungsweise zur Hafenausfahrt anlegen müssen, aus Sicherheitsgründen. Das wissen wir dann jetzt auch für die Zukunft. Aber dann sollen sich auch alle dran halten, denn unser Nachbar, der schon vor uns hier ankam, liegt noch immer mit dem Heck zum Ausgang…dann soll der Hafenmeister da auch so hartnäckig sein!

So, inzwischen ist es spät geworden und morgen wollen wir weiter, wahrscheinlich nach Harlingen.

Raymonde

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