Die 1. Arbeit (Teil 1)

Als 1. Arbeit sollt man sich ja mal was Leichtes aussuchen. So geht es bestimmt die Mehrheit der Eigner an. Da wir aber aus eigener Erfahrung etwas anders ticken als die Mehrheit, fangen wir mal mit einer Operation am offenen Herzen an -> Saildrive Manschette. Diese ist älter als 7 Jahre, und der Hersteller Volvo Penta empfiehlt einen Tausch eben alle 7 Jahre. Klar muss man sie nicht unbedingt wechseln, aber da die Metallplatte welche die Dichtung auf den Rumpf presst ziemlich angerostet war, wollte ich doch lieber auf Nummer sichergehen. Schon alleine für mein Gewissen und ein klein wenig für die Versicherung.

Die Saildrive Manschette ist die Hauptdichtung welche das Boot am Antriebsausgang abdichtet. Diese zu wechseln ist nicht ohne, und so mancher Eigner überlässt diese Arbeit einer Werft. Da wir das Boot ja auch zum Erfahrungen sammeln gekauft haben war klar, dass ich auch das in Eigenregie übernehmen würde. Ausführliche Recherchen standen an. Im Internet fand ich einige Anweisungen in PDF Format in Deutsch, Englisch und Niederländisch. Auch ein paar brauchbare YouTube Videos fand ich. Also erstmal los nach Kampen zum Boot. Der Ausbau an sich gestaltete sich dann doch aufwändiger als gedacht.Version 2 Man kommt einfach nirgends rann. Erstmal alles Abbauen was die Sicht stört. Treppe am Niedergang, Seitenklappe der Heckkoje, Bretter der Liegefläche raus, Rückwand Motor/Heckkoje raus. Nun sieht das schon wesentlicher besser aus. Ich bin Handwerklich begabt, und lege immer viel Wert auf einen aufgeräumten und gut zugänglichen Arbeitsplatz. Ich glaube das kann ich auf einem Boot vergessen 🙂 .

Erstmal löste ich den Gaszug, Kupplungsseil, Motorstopp und Verkabelung, dann die Schrauben der Lagerblöcke des Motors. Um an die Befestigungsschrauben des Saildrive zu kommen waren noch Heizungsrohre, Abgasanlage und diverse Schläuche im Weg. Also weg damit. Nun kam ich endlich zum Saildrive selbst. Erstmal ne kleine Pause zum Stärken. Als ich dann so unter dem Boot stand fiel mir ein:  Huch, da war doch noch was… da hängt ja noch ne Schraube dran, und Öl ist auch noch drin. Also Werkzeug holen, Schraube ab (auch nicht so einfach wenn man glaubt der hintere Konus sei aufgesteckt und sich herausstellt dass er geschraubt ist J). Die Ölablassschraube gibt nach netten zureden und größerer Gewalt dann auch irgendwann nach, und das abfließenden Öl wird gewissenhaft in einem Behälter aufgefangen.

Version 2Zurück in den Katakomben des Motors bin ich fast an den Saildriveschrauben verzweifelt. Die waren fest… richtig fest…, ausnahmslos. Nur mit viel Phantasie, und unmöglichen Verlängerungskonstruktionen (man bedenke das sehr beschränkte Platzangebot) gaben die Schrauben nach. Die Verschraubung Saildrive/Motor war dann wieder ein Klacks.

Nun war also der Motor aufgebockt, und einige Zentimeter nach vorne geschoben. Die Saildrive lag unverschraubt auf seiner Dichtung. Mit einem beherzten Griff hievte ich das 30kg Teil heraus und stellt es mal auf den Beinen ab. Ufff, geschafft. Einige akrobatischen Übungen später lag das Teil in der Wiese hinter dem Boot. Wie ein Steinzeitmensch stand ich daneben und bestaunte stolz die erlegte Beute. Der freundliche Niederländer vom Nachbarboot gesellte sich zu mir und meinte nur trocken  „ thats work for man“. Oh ja…, ich war geschafft. Packte das Teil ins Auto und macht mich auf den Weg nach Hause.

Raymonde & Guy

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