Weiter nach Lipsi und Astypalea

Als wir in Patmos gestartet sind, nahmen wir Kurs auf den Süden der Insel Arkoi. Unser Ziel war eine Bucht südlich der Insel, inmitten von vielen kleinen Inseln, die Makronisi Süd Bucht. Diese Bucht ist sehr beliebt, vor allem im Sommer, weil man hier herrlich hellblaues Wasser zum Schwimmen vorfindet. Uns reizte jetzt vor Allem diese Abgeschiedenheit, einfach ankern inmitten von Nichts… nur ein paar kleine Inseln mit Ziegen, Möwen und glasklares türkises (aber immer noch kaltes) Wasser. 

Ein halbes Dutzend Boote lagen hier vor Anker, alle sehr ruhig und diskret. Jeder hier genoss diese einzigartige Natur und Stille und wir den Sonnenuntergang auf unserer Fly… richtig schön.

Als der Wind am nächsten Tag nachmittags einsetzte, machten wir uns auf den Weg Richtung Lipsi und ankerten nördlich des Dorfes am Fusse der Metamorphose tou Soteros Kapelle.

Mit dem Beiboot fuhren wir bis zum kleinen Hafen von Lipsi rüber um den Ort zu erkunden. Unsere Besichtigungstour durchs Dorf beschränkte sich auf eine knappe Stunde, denn es ist ziemlich überschaubar hier. Nichtdestotrotz habe ich ein paar schöne Fotomotive in den kleinen Gassen entdeckt.

Als wir zurück zu Adesso fuhren, waren die Flamingo’s auch schon angekommen. Aber diesmal handelte es sich nicht um unsere langjährigen deutschen Bekannten mit ihrer Flamingo, sondern um Marie-Claire und Serge, mit ihrer Flamingo unter luxemburgischer Flagge. Schon ein witziger Zufall, dass beide Boote den gleichen Namen tragen 😉 Mit Marie-Claire war ich vor vielen vielen Jahren (-zehnten) zusammen im Kunstturnverein in Luxemburg aktiv und seid ein paar Monaten sind wir dank Facebook wieder in Kontakt. Da die beiden auch im Moment hier im Dodekanes unterwegs sind, sie von Kos Richtung Norden, wir von Arkoi Richtung Süden, haben wir uns hier in der Mitte, in Lipsi verabredet. 

Während Marie-Claire und ich uns viel zu erzählen hatten, fachsimpelten die Männer über Technik und Elektronik an Bord. Den Abend liessen wir bei einem gemeinsamen Abendessen gemütlich ausklingen.

Am nächsten Morgen trennten sich dann wieder unsere Wege. Mal schauen ob wir uns in der nächsten Zeit noch einmal treffen oder nicht…

Äddi…Marie-Claire und Serge

Nur ein paar Seemeilen weiter südlich, fiel unser Anker wieder auf hellem Sand in der Bucht Papantria Cove. Diese Bucht gefiel uns auf Anhieb sehr gut. Wieder herrlich schönes Wasser, gut geschützt, eine kleine vorgelagerte Insel mit vielen Möwen 🙂

Hier gab es eine einzige Taverne, die Dilaila Taverne und diesmal war sie geöffnet. Wir hatten Glück, denn es war der erste Tag der Saison an dem sie wieder geöffnet hatten. So stand der Entschluss ziemlich schnell fest, dass auf Adesso die Küche wieder kalt blieb. Wir genossen die Atmosphere hier, den Ausblick und liessen uns verwöhnen. 

Leider waren noch nicht alle Gerichte der Menukarte verfügbar, so leider auch nicht das Wunschgericht von Guy, aber der Thunfisch war doch echt lecker. Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Sonnenuntergangspaziergang. Es war ein sehr angenehmer Tag… und Abend.

Adesso in der Papantria Cove Bucht

Am nächsten Morgen entschlossen wir uns weiter Richtung Süden zu segeln. Es war wieder nur ein kurzer Schlag von ein paar Seemeilen bis zu den vorgelagerten Inseln im Norden von Leros. Wir ankerten in der Bucht von Archangelos und hier gibt es, ausser einer Taverne, Ziegen, Möwen und vielen Katzen…nichts. Dementsprechend ruhig war es auch hier. Ich paddelte zu der Stigma Taverne rüber um nachzufragen, ob sie auch schon geöffnet hätten. Ja, waren sie. Ich hätte besser auch nach der Menukarte fragen sollen, denn als wir am Abend am Tisch sassen, kam der nette ältere Inhaber und las uns die verfügbaren Gerichte von einem Zettel ab. Und das waren ausser ein paar Salaten und Vorspeisen, nur „Fish of the day“ oder Lamm. Da Guy kein Lamm isst, blieb also nur Fisch…und als er nach dem Preis fragte, mussten wir schlucken… echt richtig teuer…zumal der Fisch nachher auch noch ohne Beilagen (sieht man vom kleinen Blumenkohlröschen ab) serviert wurde… Da hätten wir wirklich besser gehabt, unser Wasser zu bezahlen und auf Adesso etwas auf die Schnelle vorzubereiten. .. zumal Guy den Fisch auch nicht wirklich gut vertragen hat 😦 

Ja, nachher ist man immer schlauer…

Die Aussicht war schön…rechtfertigte aber sicher nicht den Preis!

Am nächsten Morgen wachte ich pünktlich zum Sonnenaufgang auf und konnte dieses wunderschöne Foto schiessen.

Traumhaft…

Nach dem Frühstück machten wir uns dann auf den Weg Richtung Astypalea. Von allen unserer Segelbekannten hatte ich den Ratschlag bekommen, diese Insel auf keinen Fall auszulassen, wir müssten Astypalea unbedingt einen Besuch abstatten, wenn wir hier in der Gegend unterwegs seien. Gute 50 Seemeilen lagen vor uns. Am Anfang tat sich der Wind noch ziemlich schwer. Trotz Leichtwindsegel schauckelten wir nur sehr langsam voran. Doch gegen Mittag gewann der Wind dann stetig an Stärke und kam immer mehr von der Seite, so dass wir dann richtig Fahrt machten und mit mehr als 7, oft sogar 8 Knoten unterwegs waren. So erreichten wir die Südostecke von Astypalea deutlich früher als erwartet. Zum Schluss war es richtig „sportlich“ geworden. Der Wind hatte auf über 23 Knoten aufgefrischt und obwohl wir auf der Südseite der Insel schon ein bischen Wellenschutz genossen, dauerte es noch lange, fast bis zu unserem Ankerplatz, bis wir auch so langsam im Windschutz angekommen waren. Hier in der Bucht vor der kleinen Ortschaft Analipsi, vor dem Strand Maltezana, stehen wir aber jetzt richtig gut und bekamen nicht viel von den > 20 Knoten Nordwind mit, der seit gestern über die Insel fegt. Doch, ein bischen habe ich definitiv davon mitbekommen, als ich heute morgen eine ausgiebige Wanderung hier unternahm. Als ich oben auf den Gipfeln unterwegs war, musste ich vorsichtshalber meine Sonnenkappe im Rucksack verstauen, damit diese nicht wegfliegt. Ich war wieder hoch hinauf spaziert…um runter zu schauen… 😉

Ich hatte eine richtig tolle Aussicht über die Bucht, das Hinterland, die nördliche Küste der Insel und die Altstadt Astypalea im Hintergrund. 

Die Ortschaft Analipsi ist schnell erkundet. Es gibt nur eine handvoll Restaurants, ein Mini-Markt, eine Bäckerei die noch geschlossen hatte, ein kleines Hotel, ein paar Ferienwohnungen und natürlich eine Kirche, die Agios Dimitrios Maltezana Kirche.

In dem westlichen Teil der Bucht gibt es einen kleinen Spazierweg an der schroffen Küste entlang, von wo aus ich einen schönen Ausblick auf die Altstadt Astypalea, hoch oben auf den Felsen, hatte.

Morgen, wenn der Wind nachläst, haben wir vor in eine Bucht südlich der Altstadt zu wechseln, um diese dann von dort aus zu erkunden. Ich bin gespannt… Dazu dann mehr im nächsten Blog…mit hoffentlich wieder vielen schönen Fotos 😉

Raymonde

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