Weiter nach Kato Koufonisi und Patmos

Im Moment stehen wir ganz alleine hier in der Livadibucht auf Patmos vor Anker. Wir bemerken kaum etwas von den über 20 Knoten Wind der heute über die Inseln hier bläst. 

Diese kleine Bucht zwischen dem Strand und den vorgelagerten Inseln bietet wirklich richtig guten Schutz. Gestern sind wir nach dem Frühstück von unserem Ankerplatz vor Skala hierhin gewechselt und waren seitdem schon richtig fleissig. Wir haben unser Unterwasserschiff abgeschrubbt, die Fenster von den Salztropfen der Überfahrt nach Patmos befreit und ich habe soeben mit diesem Blog begonnen. Denn die letzten paar Tage waren wieder so ereignisreich, dass es schon wieder viel Neues zu berichten gibt.

Unser erstes Ziel, nachdem wir Paros verlassen hatten, war die Insel Kato Koufonisi. Dies ist eine sehr kleine, fast naturbelassene Insel im Süden von Naxos, der östlichen „Nachbarinsel“ von Paros. Auf Kato Koufonisi gibt es nur ein paar kleine Häuser, eine Kirche und die Venetsanos Taverne. Eine Fähre fährt mehrmals täglich diese kleine Insel an und in der Saison kommen bestimmt viele Leute hierher zum Baden, Spazieren und zum Mittagessen/Abendessen in diese sehr geschmackvoll dekorierte kleine Taverne.

Wir ankerten in der Nebenbucht Detis Bay, die uns mehr Schutz vor Wind und Welle bot. Ich hätte sicherlich nichts dagegen gehabt, abends in der Taverne zu essen, aber während meiner Erkundungstour an Land, konnte ich mich nicht wirklich mit der Frau in der Taverne verständigen, so dass ich daran zweifelte, ob sie jetzt im Mai auch abends geöffnet hätten. Da wir nicht riskieren wollten, den doch ziemlich langen Weg mit dem Beiboot zurückzulegen, um dann vor verschlossenen Türen zu stehen, zog wir es vor, am Abend auf Adesso zu kochen. Vor Sonnenuntergang ankerte noch ein weiterer Katamaran neben uns um hier die Nacht zu verbringen. Als sie kurz nach Sonnenaufgang den Anker hievten, hatten wir die Bucht für uns ganz alleine.

Wir genossen den ganzen Tag diese Ruhe und Abgeschiedenheit. Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg Richtung Patmos. Ein längerer Schlag von über 50 Seemeilen stand an, aber dank der 15-20 Knoten Seitenwind, konnten wir die Strecke zügig zurücklegen. Am späten Nachmittag fiel unser Anker in der Bucht To Kyma, ganz in der Nähe des Hafenorts Skala. Voller Vorfreude, was wir wo alles hier auf Patmos entdecken würden, fielen wir am Abend relativ rasch in die Koje. Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Beiboot zur kleinen Patmos Marina, wo wir unser Gummischwein sicher zurücklassen konnten. Unser Ziel heute war einerseits eine Erkundungstour durch den Ort Skala, aber vor allem eine Besichtigung der Altstadt Chora, die sehr beeindruckend und sehenswert sein soll. Ich hatte schon im Vorfeld den Busfahrplan ausfindig gemacht, aber leider fuhr der Bus nur zweimal am Morgen und einmal am Nachmittag. Ziemlich dürftig… So planten wir mit dem Bus zur Chora, die hoch oben auf dem Berg liegt, hochzufahren und dann ggf. mit einem Taxi wieder nach Skala zurückzukehren, sollte uns der Rückweg zu Fuss zu weit sein. Als wir jedoch an der Hafenpromenade entlangspazierten, entdeckten wir mehrere Auto-und Mopedvermieter. Ich entschloss mich spontan einfach mal nur nach dem Preis zu fragen und der war unschlagbar: 15 Euro für ein 125ccm Mofa für einen Tag, Helme inklusive. Wir zögerten nicht und kurze Zeit später brausten wir auf unserem Moped Richtung Chora. Unser erster Stopp waren die Patmos Windmühlen.

Von hier aus hatten wir eine wirklich atemberaubende Aussicht auf Skala, den Hafen und unsere Ankerbucht, wo Adesso schön mittig auf unsere Rückkehr wartete.

Dann starteten wir unsere Erkundungstour durch die vielen engen Gassen von Chora. Von verschiedenen Segelbekanntschaften hatten wir die Empfehlung bekommen, Patmos anzufahren und uns die Chora anzuschauen. Sie sollten Recht behalten, denn diese Altstadt ist wirklich sehr sehenswert. An jeder Ecke findet man ein anderes Fotomotiv. Wir haben es richtig genossen. Hier ein paar Eindrücke.

Diese Türklopfer findet man an vielen Häusern in den verschiedensten Formen.

In einer der vielen schmalen Gassen liegt gut versteckt das Nonnenkloster. Von aussen unscheinbar aber drinnen sehr aufwendig und beeindruckend.

Ein weiteres Kloster, das Johanneskloster, trohnt ganz oben auf dem Berg und ist der höchste Punkt der Chora.

Das Kloster wurde 1088 von einem Mönch, dem Seligen Christodoulos, auf den Ruinen eines antiken Artemis Tempels gegründet.  

In vielen Räumen des Tempels durfte man leider weder filmen noch fotografieren, aber da, wo es erlaubt war, habe ich versucht dieses beeindruckende, sehr gut erhaltene, Bauwerk im Bild festzuhalten.

Hier der Essensraum mit einem riesigen Steintisch. Die Mönsche sassen auf Holzbänken und stellten ihre Füsse in die jeweiligen Löscher. 

An der Wand waren noch überall beeidruckende Wandmalereien zu sehen.

Diese „Badewanne“ aus Holz diente nicht der Körperreinigung, sondern dem Teigkneten. 

Das Brot wurde dann in diesem riesigen Ofen gebacken. 

Vom Kloster aus hatten wir nochmals einen super Ausblick 🙂

Anschliessend fuhren wir weiter bis zur „Höhle der Apokalypse“ . 

Die Grotte war der erste Schutz des Jüngers John, als er 95 n. Chr Der römische Kaiser Domitian verbannte ihn wegen seiner christlichen Predigt nach Patmos. Der Evangelist blieb bis 97 n. Chr. Auf der Insel. und während seines Aufenthalts in der Höhle bildeten sich drei Spalten im Felsen, aus denen die Stimme Gottes hervorging. Es ist plausibel, dass das vierte Johannesevangelium auch in dieser Höhle geschrieben wurde.

In der Folge verwandelte San Cristodulo, Abt von Bitinia, die Insel Patmos in eine Kultstätte. Im 11. Jahrhundert gründete er dank der Konzession des Kaisers Alessio Komninos I. das grandiose Kloster, das San Giovanni gewidmet war. Das griechische Parlament erklärte Patmos 1983 zur heiligen Insel und 1999 erklärte die UNESCO das Kloster, die Höhle der Apokalypse und das Dorf Chora zum Weltkulturerbe. (
www.vacanzegreche.com).

Wir verzichteten aber darauf uns diese Kirche von innen anzusehen. Unser Interesse an Kirchen und Klöstern war gesättigt. 

Zurück in Skala machten wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant, wo wir uns eine kleine Stärkung genehmigten. 

Danach setzten wir unsere Entdeckungstour über die Insel fort, einfach der Nase nach. Im Norden hatten wir immer wieder tolle Ausblicke übers Meer und die Küste. Hier entdeckten wir auch die Livadi Geranou Bucht, in der wir jetzt vor Anker liegen.

Eine weitere schöne Aussicht hatten wir etwas weiter über die Paralia Panagia Geranou Bucht, über der hoch oben, wie kann es anders sein, wieder eine kleine Kirche trohnt.

Da wir noch ein paar Stunden Zeit hattten, bevor wir unser Moped abgeben mussten, fuhren wir auch noch bis nach Grikos, ein kleiner Küstenort im südlichen Teil von Patmos. Als wir gefühlt die ganze Insel besichtigt hatten, brachten wir unser Mofa zurück und erledigten beim Rückweg zum Beiboot noch ein paar Einkäufe im hiesigen „Super“-markt und beim Gemüsehändler nebenan.

Zurück auf Adesso ruhten wir uns kurz aus und genossen eine ausgiebige Dusche, bevor wir uns wieder auf den Weg Richtung Skala machten… denn ich hatte keine Lust auf Kochen und die Auswahl an Restaurants war gross 😉

Es war ein richtig schöner ereignisreicher Tag mit vielen tollen Eindrücken!

Wie am Anfang dieses Blogs erwähnt, sind wir dann am nächsten Tag, gestern ;-), in die Livadi Bucht gewechselt. Hier geniessen wir seitdem diese herrliche Ruhe. Leider ist die Bucht-Taverne noch nicht geöffnet, darum ist es aber wahrscheinlich auch noch so ruhig hier… man kann eben nicht alles haben 😉

Morgen planen wir zu einer weiteren kleinen Insel hier im Dodekanes weiterzusegeln, unser Ziel Lipsi. Ich bin schon gespannt, was wir dort entdecken werden…

Schreibe einen Kommentar