Unser erster Trip in die Nordsee

Von Makkum nach Texel: 22,8 Nm — Calimero seit 2017: 328,1 Nm

Trip zum Hafen Waddenzee auf Texel

Heute morgen haben wir wie geplant um 10 Uhr in Makkum die Leinen gelöst. Wir sind die kurze Strecke bis zur Schleuse « Lorentzsluizen bei Kornwerderzand » unter Motor gefahren.

An der Schleuse angekommen, entschieden wir uns festzumachen, denn es würde wohl ein bischen dauernd bevor wir hinein könnten, denn die Schleusentüren hatten sich kurz vor unserer Ankunft erst geschlossen. Es wehte ziemlich starker Seitenwind von Steuerbord und eigentlich hätten wir uns lieber an den Wartesteigern der Steuerbordseite festgemacht, aber hier war für Sportboote verboten. So gehorschten wir und machten uns an dem Steg gegenüber fest, wohlwissend dass es schwieriger sein wird hier wieder wegzukommen, weil uns der stramme Wind gegen den Steiger drückt. Die Segler die nach und nach ins Wartebecken der Schleuse kamen, hielten sich nicht so wirklich an dieses Verbotschild…

Als wir bemerkten dass die Schleuse bald öffnet, hat Guy eine Spring gelegt in welche wir dann lehrbuchhaft eingedammt haben. So kamen wir ohne Probleme auch gegen den Wind vom Steiger weg. Wir waren nach den grossen Plattbodenschiffen eines der ersten Segelschiffe die in die Schleuse fuhren und das war auch gut so, denn so konnten wir uns richtig an der Schleusenmauer festmachen und mussten nicht längsseits an ein anderes Schiff. Nachher war die Schleuse gerammel voll und wir konnten mehr als ein « ungeplantes und ungewolltes » Manöver beobachten.

2017-08-24 Schleuse

Hier ging es wohl nicht nach Plan… 🙂

Nachdem wir die Schleuse und die darauffolgende Brücke hinter uns gelassen und das etwas breitere Fahrwasser erreicht hatten, hat Guy die Segel gesetzt. Es roch auch schon anders, mehr nach Fisch…schliesslich waren wir ja jetzt in der Nordsee. Das Segeln anschliessend war super. Seitlicher leicht achterlicher Wind von 15-25 Knoten schob Calimero zügig mit bis zu 8 Knoten voran. Die Strömung des auslaufenden Hochwassers verhalf uns sicherlich auch zu diesen Spitzenwerten. Als wir dann im letzten Drittel den Kurs nach Norden abändern mussten um im Fahrwasser zu bleiben, wehte der Wind genau von achtern. Dank des Texelstromes erreichten wir aber immer noch 5 Knoten Fahrt durchs Wasser. Kurz vor Texel konnten wir dann wieder näher an den Wind und dann ging es noch einmal richtig ab.

Im Hafen angekommen, sahen wir schon von weitem den Hafenmeister uns in seinem Schlauchboot entgegenkommen. Leider hatte er die schlechte Nachricht, dass der Hafen total voll ist und wir einstweilen nur im Päckchen liegen könnten bis dann irgendwann eine Box frei wird. Da wir keine Wahl hatten, liessen wir uns den Platz zeigen und während wir parallel zu seinem Schlauboot fuhren, ruckte Calimero plötzlich als seien wir irgendwo gegen gefahren. Wir hatten irgendwo den Grund berührt. Der Hafenmeister zeigte sich genau so erstaunt wie wir. Natürlich hatten wir einen Schreck bekommen und  hofften, dass nichts passiert ist. Aber hier hat es auch wenig Sinn mit Maske und Schnorchel abzutauchen, man sieht sowieso nicht viel unter Wasser. Als wir längsseits fest waren, hat Guy alle Verschraubungen am Kiel untersucht und konnte keine Risse oder Ungewöhnliches erkennen…Uff, der Kiel hat also wahrscheinlich « nur » eine kleine Delle erhalten.

Nachdem wir uns ein bischen von diesem Schreck erholt hatten, bin ich mit Klein Chico auf Pippitour gegangen und habe die Gebühren für 2 Nächte beim Hafenmeister bezahlt.

Als ich zurück kam, machte mich Guy darauf aufmerksam, dass in einer Box schräg gegenüber Segler dabei waren ihr Schiff zur Abfahrt bereit zu machen. Wie in Startblöcken lauerten wir, dass Sie endlich rausfuhren, holten schnell den Stromkabel wieder rein, lösten die Seile und nahmen schnell seinen Platz ein. Ich hatte ein bischen Bedenken ob das wohl alles so unvorbereitet gut gehen wird…aber es klappte. Jetzt liegen wir in einer Box…uff. Denn es ist wirklich nicht angenehm längsseits an einem anderen Schiff zu liegen. Man muss dann immer über dieses Schiff steigen, wenn man vom eigenen Schiff runter will, und mit Chico wäre das noch etwas komplizierter. Aber jetzt haben wir eine ja eine Box und ich denke dass wir auch länger als zwei Nächte hierbleiben werden. Das werden wir dann übermorgen entscheiden. Nachdem wir etwas am alten Hafenbecken entlang geschlendert und wieder sauber geduscht sind, machen wir uns jetzt gleich fertig um ins Hafenrestaurant « Compagnie » zu abend essen zu gehen. Hoffentlich schmeckts 😉.

Raymonde

 

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