Nachdem wir gute zwei Wochen auf Corfu unterwegs waren, entschieden wir uns Richtung Süden aufzubrechen. Doch bevor wir Paxos anliefen, machten wir noch einen zweitägigen Stopp in unserem „Schutzloch“, Ormos Lygia, um stärkeren Südostwind abzuwettern. Da der Regen diesmal ausblieb, nutzte ich die Gelegenheit für einen Spaziergang, am Binnengewässer entlang bis zum Strand und dem „offenen“ , ziemlich aufgewühlten Meer.



In unserem „Loch“ hatten wir nicht nur super guten Schutz, sondern konnten abends auch diesen herrlichen Sonnenuntergang geniessen.

Als der Wind nachliess und mehr auf Nord drehte, segelten wir weiter nach Paxos und ankerten wieder in der Bucht von Lakka. Diesmal waren wir nicht mehr alleine. Ein gutes Dutzend Boote lagen hier schon vor Anker, alle mit viel Ankerkette draussen, so dass wir ein paar Runden drehen mussten, bis wir einen guten Platz für Adesso gefunden hatten. Am nächsten Morgen kam ich einer langer „Tradition“ nach. Ich paddelete mit dem SUP an Land und besorgte uns das erste Mal in dieser Saison, frische Croissants vom Bäcker. Aber die grieschichen Croissants sind leider nicht vergleichbar mit den französischen. Sie sind viel grösser, aber leider ziemlich trocken und geschmacklos. Nach dem Frühstück erledigte ich noch ein paar Einkäufe im Supermarkt. Dann segelten wir weiter nach Gaios. Es war schon ein besonderes Erlebnis durch den schmalen Kanal zwischen Gaios und der vorgelagerten Insel Agios Nikolaos zu fahren. Unser Ausblick auf den Hauptplatz von Gaios war beeindruckend, als wir nur ein paar Meter entfernt, daran vorbei fuhren.

An manchen Stellen ist es echt eng und an der Hafeneinfahrt lauert auch noch eine Untiefe. Aber Guy hat natürlich alles wieder spielerich gemeistert. Wir hätten auch aussen rum fahren können, aber da wir jetzt in der Vorsaison fast alleine hier unterwegs waren, war dies die perfekte Gelegenheit. Wir überlegten kurz ob wir uns längsseits am Stadtsteg festmachen sollten, entschieden uns dann aber südlich der Insel Agios Nikolaos zu ankern. Es gab nicht viele Sandflecken, aber wir ergatterten einen. Hier lagen wir ruhiger als an der viel befahrenen Küstenstrasse.

Am Nachmittag schlenderten wir ein bischen durch den Ort und waren doch etwas verwundert, wie viele Leute hier schon unterwegs waren. Dies änderte sich dann aber schlagartig, als kurz nach 15 Uhr die beiden Corfutourifähren ablegten. Vor einer halben Stunde war noch jeder Tisch am Hauptplatz besetzt, jetzt waren die Restaurants, Bars und Strassen fast menschenleer. Wir genehmigten uns ein Eis und genossen die eingekehrte Ruhe. Am Abend blieb die Küche auf Adesso kalt, denn schon am Nachmittag, hatten wir das eine oder andere Restaurant genauer unter die Lupe genommen 😉
Am nächsten Tag mussten wir uns entscheiden, ob wir den letzten Tag Nordwind nutzen wollten um weiter Richtung Süden, Richtung Preveza zu segeln oder ob wir weiter auf Paxos bleiben wollen. Wir entschieden uns fürs Weitersegeln. Leider schwächelte der Wind und wir mussten eine längere Strecke unter Motor zurücklegen. Das nervte uns dann schon ziemlich und drückte auf die Laune. Als wir uns dann kurz vor der Einfahrt nach Preveza befanden, frischte der Wind immer mehr auf, aber aus der entgegengesetzten Richtung. Über den Bergen hingen dicke dunkele Wolken, die nichts Gutes verhiessen. Wir mussten nicht nur gegen 25 Knoten Wind ankämpfen, sondern auch noch gegen Strömung und Wellen. Sehr mühselig näherten wir uns unserem auserkorenen Ankerplatz nördlich des Hafens von Preveza und mussten feststellen, dass wir hier in den nächsten Stunden leider gar nicht ruhig und geschützt vor Anker liegen würden. Aber es gab keinen Plan B. Ab Mitternach beruhigte sich das Ganze dann aber so langsam, so dass wir doch noch ein paar Stunden schlafen konnten. Am nächsten Tag stand dann eine Besichtigung von Preveza auf dem Programm. Hier ein paar Eindrücke…
In der Nähe des Hafens der Square Odysseus Androutsos

Etwas weiter die Nationalbank direkt an der Hafenpromenade


und die Gorgona Mermaid Statue

An der Südspitze, direkt am Kanal, befindet sich das Sailor’s Monument

Im Zentrum von Preveza befindet sich die Fussgängerzone mit vielen Geschäften und Restaurants und der Kirche Saint Charalambos.

Hier gefiel mir eine kleine verwinkelte Gasse mit ein paar „versteckten“ Tavernen besonders gut.


Am Abend liessen wir uns dann auch in einem dieser Restaurants kulinarisch verwöhnen 😉
Am nächsten Tag segelten wir weiter Richtung Vonitsa, im südlichen Teil des ambrakischen Golfs, und ankerten im Schutz der Insel Koukounitsa. Diese ist mit einer langen Brücke mit dem Festland verbunden. Hier gefiel es mir auf Anhieb richtig gut: Ruhe, Natur, schöne Umgebung, nur 4 Boote… Ich schnappte mir mein SUP und ging auf Erkundungstour.





Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Beiboot in den kleinen Fischerhafen von Vonitsa. Wir schlenderten an der Hafenpromenade entlang Richtung Festung. Da diese aber Dienstags geschlossen hat, mussten wir uns mit einem Ausblick über die Stadt begnügen.

Anschliessend spazierten wir durch den Wald unterhalb der Festung und entdeckten eine uralte Kirche, Überreste der Festungsmauern und ein altes Parkschild, welches wohl für Schiessübungen zweckentfremdet wurde.




Zurück in der Stadt fiel mir auf, dass die Häuser hier in einem deutlich besseren Zustand waren als sonst so üblich in den Ortschaften die wir bis jetzt in Griechenland besichtigt haben. Bis auf ein paar Ausnahmen, waren die Häuser restauriert, mit schönen Fassaden und dekorierten Vorgärten. Ich entdeckte richtig schöne Blumen.


Als so langsam unsere Mägen knurrten, machten wir uns auf die Suche nach einem netten Restaurant und wurden schnell fündig. Die „Hub All Day Bar“ fiel mir sofort positiv auf, schöne Innendeko, Nichtraucher, stylisch, gepflegt…

Als wir unsere „kleine Stärkung“ sahen, waren wir mehr als positiv überrascht…richtig viel und total lecker!

Am Nachmittag nutzten wir den „üblichen“ Westwind um weiter bis in die nordöstlichste Ecke vom ambrakischen Golf zu segeln. Neben dem kleinen Hafen von Kopraina liessen wir den Anker fallen. Hier gibt es ausser einem, sehr in die Jahre gekommen Naturkundemuseum, einer kleinen Taverne und einem Leuchtturm nichts Besonderes zu entdecken.



Aber dafür war es richtig ruhig hier. Am nächsten Tag machte ich einen kleinen Spaziergang bis zum angrenzenden Feuchtgebiet, das Fernglas mit dabei, um ein paar Vögel zu beobachten. Flamingos waren leider keine zu sehen, dafür aber ein Fischer der noch wie früher auf Fischfang ging.




Am kommenden Tag war es fast windstill und so entschlossen wir uns zu den kleinen vorgelagerten Inseln vor Koronisa zu motoren, denn hier ist Ankern nur unter ruhigen Bedingungen möglich. Schon bei der Anfahrt war ich fasziniert von dieser Umgebung und schoss schon gefühlt 20 Fotos.


Und auch nachdem wir geankert hatten, konnte ich mich nicht sattsehen 🙂 Nach dem Mittagessen, umrundete ich die Insel mit dem SUP und entdeckte natürlich noch weitere Fotomotive.


Um das Ganze dann auch noch aus der Vogelperspektive festzuhalten, lies Guy unsere Drohne fliegen… einfach nur überwältigend schön!

Gerne hätte ich auch hier die Nacht verbracht, aber leider stellte sich am Nachmittag Ostwind ein. So hiess es Anker auf um westlich von Koronisa Schutz zu suchen. Am Abend und in der Nacht zogen mehrere Regenfronten durch. Am nächsten Morgen machte ich einen ausgiebigen Spaziergang durch Vonitsa und Umgebung. Guy verzichtete darauf mich zu begleiten, da er schon seit ein paar Tagen wieder mit Rückenschmerzen geplagt war. Der Arme…
Die Ortschaft war schnell erkundet. Es gibt eine kleine Hafenpromenade mit ein paar Tavernen, die aber jetzt noch alle geschlossen waren. In einer Seitenstrasse, liegt etwas versteckt, die Panagia Kirche.

Etwas höher gelegen liegt das Koronisa Castle, das aber auch geschlossen war.

So entschloss ich mich am Strand entlang Richtung Feuchtgebiet zu wandern und genoss die Ruhe und die tolle Natur.




Auf dem Rückweg entdeckte ich diese ausgefallene Vorgartenkreation 😉

Am Nachmittag, mit einsetzendem Wind, machten wir uns auf den Rückweg Richtung Preveza. Wir konnten den grössten Teil der Strecke unter Segel zurücklegen aber die letzten paar Meilen vor Preveza, mussten wir dann aber motoren. Den Abend liessen wir dann bei einer leckeren Holzofenpizza ausklingen.
Am nächsten Tag nutzten wir die Gelegenheit um hier noch einmal unsere Essensvorräte aufzustocken und unsere Dieseltanks aufzufüllen. Normalerweise wäre es uns nicht in de Sinn gekommen, eine Tankstelle anzusteueren, wenn nur ein Drittel unserer Dieselvorräte verbraucht sind. Aber in der aktuellen Situation, haben wir lieber die Tanks voll und tanken lieber „prophylaktisch“. Dann machten wir uns auf den Weg Richtung Lefkada Brücke. Wir konnten die ganze Strecke richtig schön segeln und kamen fast punktgenau zur angekündigten Öffnungszeit kurz vor 14 Uhr an. Als wir uns der Brücke näherten, folgte Guy seinem Bauchgefühl und fragte kurz über Funk nach, wann die nächste Brückenöffnung sei… 18Uhr war die Antwort! Ah… ok… hmmm… nicht so geplant… blöd 😦
Wir hatten aber Glück und fanden noch einen freien Platz am Wartesteg, so dass wir uns dort für die 4 stündige Wartezeit festmachen konnten. Während Guy es immer noch vorzog, seinen Rücken zu schonen, nutzte ich den unerwarteten Zwischenstopp, um mir die Agia Mavra Burg anzuschauen.






Auf dem Gelände der Festung befindet sich auch die Heilige Mavra Kirche, die fast ganz in den Felsen gebaut ist.


Um 18 Uhr war es dann endlich so weit und die Brücke öffnete sich. Wir vermuten, dass die Brücke vorher nicht wie geplant öffnete, weil der Kanal zuviel versandet war, denn wir beobachteten zwei Bagger beim Ausbuddeln direkt hinter der Brücke. Da es inzwischen schon relativ spät war, beschlossen wir direkt südlich vom Kanal zu ankern um hier die Nacht zu verbringen. Wie es danach weiterging, unsere nächsten Ziele, dazu mehr im nächsten Blog.
Raymonde