Antikes Olympia-Navarinobucht-Methoni

Ich schreibe diesen Blog vor einer beeindruckenden Kulisse. Wir ankern seit 2 Tagen hier in der Ankerbucht vor der imposanten Festung von Methoni. Schon die Anfahrt war spektakulär.

Die letzten Tage haben wir wirklich viele verschiedene Eindrücke sammeln können und man könnte behaupten, uns hätte das „Festungsbesichtigungsfieber“ gepackt…aber dazu später mehr.

Wie in meinem letzten Blog geschrieben, haben wir zuerst einen Zwischenstopp an der Nordostseite von Zakynthos eingelegt, bevor wir weiter nach Katakolo auf der Westseite von Peloppones gesegelt sind. Wir hatten uns für diese Ankerbucht entschieden, weil diese uns erstens guten Schutz vor dem angekündigten stärkeren NW-Wind bieten würde und zweitens, weil sie ein idealer Startpunkt ist, um einen Tagesausflug zum antiken Olympia zu unternehmen. Die ersten zwei Tage mit Starkwind, zogen wir es jedoch vor auf Adesso zu bleiben. 

Die Bucht teilten wir uns mit diesen eleganten Artgenossen, so dass ich nicht wirklich Lust auf ein Bad hatte. Sie sind ja schön anzusehen, aber mit ihnen kuscheln möchte ich definitv nicht.

Am Freitag war es dann soweit. Es erschien uns der perfekte Tag für einen Ausflug nach Olympia, da kein Kreuzfahrtschiff im Hafen liegt. Anfangs wollten wir mit dem Zug nach Olympia fahren, aber als wir feststellten, dass es nur eine Hinfahrt am Morgen und eine Rückfahrt am frühen Nachmittag gibt, entschlossen wir uns vor Ort einen Wagen zu mieten. So vermieden wir es in Olympia unter Zeitdruck zu stehen, denn nur 3 Stunden vor Ort, empfanden wir als zu knapp bemessen. Als wir in Olympia ankamen, war der Parking noch fast leer und auch im archäologischen Museum, unserem ersten Besichtigungsziel, war noch nicht viel los. Wir hatten definitiv einen guten Tag erwischt. Das Museum ist wirklich sehenswert und die Sammlung historischer Gegenstände ist riesig. Ich machte viele Fotos, denn vor allem die detailgetreuen Figuren aus Bronze und Ton, begeisterten mich. Schon beeindruckend wieviel Wert damals auf Verzierungen gelegt wurde. Das war richtige Handwerkskunst! Hier nur eine kleine Auswahl von vielen Fotos:

Es war beeindruckend an den vielen riesigen Statuen vorbeizulaufen. 

Vor allem die Statuen die früher beide Giebel des Zeustempel zierten, waren wirklich beeindruckend.

Vom Museum aus machten wir uns auf den Weg Richtung archäologische Städte des antiken Olympia. Ich war wirklich voller Vorfreude und Erwartung, wie das wohl aussieht. Um mal vorab zu sagen, ja, das ganze Gebiet ist sehr weitläufig und richtig gross. Das muss damals sehr impressionnant gewesen sein. Doch wir waren etwas enttäuscht, dass man hauptsächlich nur noch die Grundrisse besichtigen kann. Ich hatte mir erwartet noch mehr intakte Aussenmauern und Säulen bestaunen zu können. Anscheinend wurde der Zeustempel durch ein Erdbeben vor hunderten von Jahren sehr stark zerstört, aber viele Überreste der umgefallenen Säulen liegen direkt neben dem Monument. 

Es ist noch alles vorhanden…warum wurden die nicht wieder aufgebaut? Das fanden wir sehr schade zumal, dank der vielen Besuchern, ordentlich Einnahmen reinkommen und anscheinend auch viele Fördergelder aus der EU fliessen. 

Ok, genug gemeckert…es tut mir aber definitiv nicht leid, Olympia besichtigt zu haben. Es war auch so impressionnant hier durch zu laufen und das Ganze auf sich einwirken zu lassen. Von dem Palästragebäude stehen noch viele Säulen. Hier entlang zu spazieren war schon toll.

Es hat mich schon beeindruckt wie gut die Mosaike der Kronionthermen und der Leonidaion Thermen erhalten sind.

Hier der Leonidaion, wo früher die wichtigen Leute untergebracht waren:

Die drei Säulen des Philippeion fand ich am Beeindruckensten.

Der Zeustempel und auch der Heratempel nebenan, müssen riesig gewesen sein. 

Es war auch ein besonderes Gefühl den Stadion zu betreten und an der Start-/Ziellinie zu stehen. Es gab damals keine Tribünen, die Zuschauer sassen einfach in den Hängen. Nur für die Kampfrichter gab es Sitzplätze. 

Als wir jede Ecke besichtigt hatten und um viele Eindrücke reicher waren, machten wir uns auf den Weg zurück zu unserem Fiat Panda. Hier kamen wir noch am Musee für olympische Geschichte vorbei und entschlossen uns, den auch noch zu besichtigen… wenn wir schon vor Ort sind…denn eigentlich waren wir schon so langsam „gesättigt“ mit historischen Vasen, Statuen usw. 

Anschliessend knurrte uns der Magen…inzwischen war es 14.30Uhr…Der Zug wäre schon kurz nach 13Uhr zurückgefahren…das wäre also richtig stressig geworden, gut dass wir uns für den Mietwagen entschieden haben. Wir machten dann allerdings den Fehler, uns in einem der Esslokale (denn Restaurant will ich das nicht nennen) in der Tourishopstrasse niederzulassen. Das hätten wir besser bleiben lassen, denn das Essen war echt scheusslich…nur das Bier war erfrischend… Auf dem Rückweg, machten wir noch einen kleinen Abstecher zu einem Lidl, die Gelegenheit nutzen, jetzt wo wir auf 4 Rädern unterwegs waren. Als wir den Wagen am Abend wieder abgaben, staunten wir nicht schlecht, als der Besitzer von Dias Rent a Car, Yannis, uns mitteilte, dass wir nur 45 Euro anstelle von 50 Euro bezahlen müssten (wir hatten den Wagenschlüssel schon entgegengenommen ohne einen Cent bezahlt zu haben…das könnte wir auch bei der Rückgabe erledigen… das nennt man Vertrauen!). Er würde uns 5 Euro abziehen, denn wir hätten mehr Benzin getankt als wir verbaucht hätten! Wow… das nennt man Kundenservice und Ehrlichkeit…Wow Wow Wow…Respekt!!! 

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg weiter Richtung Süden. Unser Ziel, die Bucht von Navarino in der Nähe des Ortes Pylos. Diese Bucht war Austragungsort einer bekannten Schlacht:

„Die Schlacht von Navarino

Seit dem Fall Konstantinopels 1453 standen die Griechen unter osmanischer Herrschaft. Im Jahre 1821 begann Griechenland dann die Revolution gegen die Osmanen. Dieser Widerstand wurde vor allem auf dem Peloponnes ausgetragen und es entstand ein militärisches Gleichgewicht.
Die drei damaligen Großmächte Großbritannien, Frankreich und Russland versuchten zu vermitteln. Im Jahre 1825 kamen die ägyptischen Streitkräfte den Osmanen zu Hilfe und besetzen mit ihrer Flotte die Bucht von Navarino. Am 20. Oktober 1827 schickten die drei alliierten Länder ihre gemeinsame Flotte als Machtdemonstration in die Bucht von Navarino. In der Enge der vielen Schiffe kam es zu einem Schusswechsel und in der Folge wurden innerhalb weniger Stunden 60 Schiffe der Besatzer versenkt. Dies war das entscheidende Ereignis, das den Griechen zur Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich verhalf. In Pylos wird der 20. Oktober mit großem Auswand gefeiert. Es gibt Ansprachen, Aufmärsche und ein beeindruckendes Feuerwerk im Hafen von Pylos, was die Schlacht von 1827 nachstellen soll.“

Nach 52 Seemeilen, die wir fast ausschliesslich unter Segel zurücklegen konnten, erreichten wir die Bucht. Schon die Anfahrt an der zerklüfteten Felsküste vorbei war spektakulär.

Als wir die langgezogene Bucht bis zum Ankerplatz hochfuhren, bekamen wir ein paar Zweifel, ob wir hier wohl den nötigen Schutz vor dem, noch immer, starken NW-Wind finden würden, denn wir mussten gegen über 20 Knoten Wind anmotoren. Im Laufe des Tages wurde der Wind aber immer schwächer und die Nacht wurde ganz angenehm. Am Morgen schnappte ich mir wieder meinen SUP um eine kleinen Spaziergang am Strand und am Binnengewässer, der Gialova Lagune, zu unternehmen. Die Fotos sprechen wieder für sich… Ruhe pur… 🙂

Nach dem Frühstrück, machten wir uns dann gemeinsam auf den Weg um zu den Ruinen der Festung von Navarino zu wandern. Das war wieder ganz nach meinem Geschmack… hochwandern um runter zu schauen…über alte Mauern klettern…tolle Aussichten geniessen 😉

Aber vor allem der Ausblick auf die hier bekannte Voidokillia Bucht war einfach atemberaubend!!!

Auf der anderen Seite der Festung hatten wir einen gigantischen Blick über die Ankerbucht und das Binnengewässer… richtig schön! Ich war begeistert!

Eigentlich hätten wir auch noch länger hier vor Anker bleiben wollen, aber da die Wetterprognosen weiter starken Wind voraussagten und somit auch höhere Wellen, zogen wir es vor weiter Richtung Süden nach Methoni zu segeln. Denn hier erhofften wir uns weniger Schwell vor Anker als in der Bucht von Navarino, wo der Schwell durch den nördlichen Eingang mittlerweile leider den Weg in die Bucht fand. Nach dem Mittagessen, machten wir uns auf den Weg, denn der Wind hatte deutlich zugelegt. Mit über 7 Knoten flitzten wir die Bucht hinunter.

Draussen angekommen…nichts mehr… von 27 Knoten Wind von hinten auf 2 Knoten von vorne…verrückt… So schaukelten wir unter Motor die 10 Meilen runter bis zur Methonibucht. Auch hier war die Anfahrt um die Festung und den vorgelagrten Bourtzi Turm herum richtig beeindruckend. 

Am nächsten Morgen stand die Besichtigung der bekannten Methonifestung auf dem Programm. Zwei Festungen in zwei Tagen… aber diese ist wirklich sehenswert und beeindruckend. 

Wir erkundeten jede Ecke… die Festung ist sehr weitläufig, eigentlich 3 Festungen in einer mit zusätzlich dem vorgelagerten Bourtzi Turm: „Die erste Festungsanlage wurde bereits 400 v. Chr. errichtet, die später von den Römern verstärkt und weiter ausgebaut wurde. Im 11. und 12. Jahrhundert war dann Methoni neben Koroni ein strategisch wichtiger Anlaufpunkt der Kreuzfahrer auf ihrem Weg ins Heilige Land, weshalb die Festung von den Venezianern immer weiter ausgebaut wurde. Im Jahr 1500 wurde dann die Stadt Methoni von den Türken erobert, die im Anschluss den markanten Turm ganz im Süden der Festungsanlage errichteten, um darin ihre Gefangenen unmenschlich aber dafür sicher zu verwahren. Erst im Jahre 1827 wurde die Stadt Methoni durch französische Truppen befreit und kurze Zeit später an die Griechen übergeben.“

Mir hat der Besuch dieser Festung wirklich gut gefallen. Um den Tag perfekt ausklingen zu lassen,  genehmigten wir uns ein leckeres Abendessen in einem kleinen griechischen Restaurant in „zweiter Reihe“. Eigentllich hatten wir heute vor, die 3 Seemeilen weiter zur vorgelagerten Insel Sapientza zu fahren, aber da heute immer noch ordentlich Wind und Welle vorausgesagt sind, verschieben wir die Weiterfahrt auf Morgen…und so habe ich heute Zeit um diesen Blog fertig zu schreiben… wie es weiter geht…im nächsten Blog…

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