Weihnachten zu dritt auf Adesso

Ich bin ziemlich „in Verspätung“ mit dem Schreiben dieses Blogs. Inzwischen sind wir Mitte Februar und aktuel noch in Luxemburg. Aber in ein paar Tagen fliegen wir zurück nach Sizilien und hoffen, dass alles OK ist mit Adesso. So lange waren wir bis jetzt noch nie weg gewesen…

Aber zurück zu diesem Blog… 

Eine Woche vor Weihnachten landete meine Mutter am Flughafen von Catania. Wir hatten extra einen Mietwagen reserviert, um ihr eine bequeme Anreise nach Licata zu ermöglichen. Ausserdem wollte ich ihr ja auch ein paar schöne Orte in der Umgebung zeigen. Sie war eigentlich mit der Hoffnung angereist dem grauen, kalten, unangenehmen luxemburger Winterschmuddelwetter zu entfliehen, aber leider sollte sich das Wetter in Sizilien gar nicht von seiner besten Seite zeigen. Die ersten paar Tage war das Wetter noch durchwegs ok, zwar windig und immer wieder ein paar kurze Regenschauer, dann aber wieder längere Sonnenphasen.

In den ersten Tagen besichtigten wir Licata und machten Spaziergänge am Strand von Marianello.

Da der Anstieg zum Castel Sant’Angelo zu steil gewesen wäre, fuhr Guy uns mit dem Wagen hoch. Meine Mutter war begeistert von diesem schönen Ausblick über Licata, die Umgebung und den riesigen Friedhof.

Anschliessend schlenderten wir gemütlich durch die engen Gassen des Friedhofs wieder bergab zurück zum Strand.

Schon vor der Anreise meiner Mutter, hatte ich einen zweitägigen Ausflug fest geplant und organisiert: Die Besichtigung von Ragusa und Syracuse, mit Übernachtung in Ragusa. Leider sollte das Wetter in Ragusa so gar nicht mitspielen, was mir wirklich sehr leid tat. 

Es regnete in Strömen und der Wind liess die Temperaturen noch kälter und unangenehmer erscheinen. Es war definitv der schlechteste Tag ihres gesammten Aufenthalts… Sehr schade!…denn, wie überall, ist es auch in Ragusa viel schöner, wenn die Sonne scheint. Trotzdem schlenderten wir durch die schmalen Gassen bis zum Giardino Ibleo um dann ziemlich durchnässt ins Hotel zurückzukehren. 

Ich hoffte, dass sich der Regen am Abend beruhigen würde, aber dem war leider nicht so, im Gegenteil. So mussten wir, schutzsuchend unter einem grossen Regenschirm des Hotels, den Weg Richtung Restaurant antreten. Die Motivation meiner Mutter hielt sich in Grenzen, aber da das Hotel kein eigenes Restaurant besass, gab es keinen Plan B. In den schmalen Gassen von Ragusa fühlt man sich ja ohnehin schon in ein früheres Zeitalter versetzt, aber der Regen und das Plätschern des Wassers in den Dachrinnen und die Rinnsale zwischen den Pflastersteinen verstärkten diese mystische Stimmung. Es wäre der perfekte Drehort für einen Mafiakrimi gewesen…

Am nächsten Morgen waren wir erleichtert, als wir feststellten, dass das Wetter sich endlich verbessert hatte. Die Regenwolken machten langsam aber sicher der Sonne Platz. Uff… Nach einem ergiebigen und leckeren Frühstück, machten wir noch einen kurzen Abstecher zur Chiesa di Santa Maria dell’Itria, bevor wir Richtung Syracuse aufbrachen.

In Syracuse angekommen, stand zuerst die Parkplatzsuche auf dem Programm. Inzwischen kannte ich Syracuse und vor allem die Isola di Ortigia ziemlich gut, aber mit dem Auto, waren wir ja noch nie angereist. Nach einer Extrarunde, hatte ich dann aber den Eingang zum Parkplatz gefunden. Mit dem Bus fuhren wir dann weiter bis in den alten Stadtkern von Ortigia. Direkt am bekannten Stadtbrunnen, Fontana di Diana, stiegen wir aus. 

Meine Mutter war sofort begeistert von diesem schönen Stadtteil. Wir schlenderten durch die schmalen Gassen, an dem Hauptplatz der Kathedrale vorbei, der sehr weihnachtlich geschmückt war, bis zur Festung Castello Maniaca.

Anschliessend genehmigten wir uns einen Drink auf einer Terrasse mit Blick auf die grosse Bucht in der auch jetzt im Dezember, noch fast ein Dutzend Boote vor Anker lagen.

Bevor wir uns am späten Nachmittag auf den Weg zurück zum Auto machten, stattete ich meinem Lieblingsbäcker noch einen Besuch ab um uns noch ein paar leckere Pistazien-und Mandelgkekse zu besorgen.  😉 

Auf dem Rückweg Richtung Licata verfuhr ich mich leider an einer Baustelle. Am Anfang war die Umleitung noch gut beschildert, dann aber ging das raten los… Nach über 3 Stunden Fahrt, waren wir dann froh, endlich angekommen zu sein.

Meiner Mutter hatte dieser Tag in Syracuse sichtlich gut gefallen und ich war froh, dass wenigstens ein der zwei Tage „ein Erfolg“ war. 

Jetzt stand auch bald Weihnachten an und obwohl wir ja keine „Weihnachtsmenschen“ sind, musste ich mich jetzt um die Verpflegung der nächsten Tage kümmern, denn auch hier in Sizilien, sind die Geschäfte dann feiertagsbedingt geschlossen. Morgens oder Nachmittags, je nach Wetterlage, spazierten wir am Hafen entlang oder schlenderten durch die Gassen von Licata.

Leider hatte das Wetter sich wieder verschlechtert und die Wetterprognosen waren alles andere als einladend für die kommenden Tage. So entschlossen wir uns dann auch auf einen Besuch der Tal der Tempel in der Nähe von Agrigent zu verzichten, denn bei Regen, macht das auch keinen Spass. Weihnachten verbrachten wir dann ganz unspektakulär zu dritt auf Adesso.

Jetzt stand auch bald unser Flug nach Luxemburg an. Den würden wir gemeinsam mit meiner Mutter bestreiten, damit sie nicht alleine zurüchfliegen muss. So waren die letzten Tage geprägt durch Vorbereitungen auf Adesso, Koffer packen, Pflanzen zu unseren Bootsbekannten bringen usw. Am vorletzten Tag entschlossen wir uns dann aber noch einen kleinen Abstecher zu ein paar Strandabschnitten weiter westlich zu machen. Ich hatte schon mehrmals die Info bekommen, dass die Gegend rundum den Rocca San Nicola ganz schön sei. Da wir ja jetzt noch ein Auto zur Verfügung hatten und der Regen auch eine kleine Pause von einem Tag eingelegt hatte, wollte ich die Gelegenheit noch nutzen. Der Ausblick auf den Rocca San Nicola, die Bucht Cala Paradiso und die umliegende Küste war wirklich schön.

Auf dem Rückweg, machten wir dann auch noch einen Abstecher zu den Stränden, Spiaggia di Poliscia und der Spiaggia Mollarella.

Beide Buchten waren jetzt im Dezember ganz angenehm, aber ich mag mir nicht vorstellen, welche riesige Menschenmassen sich hier in der Hauptsaison tummeln. Die vielen Eisdielen, Fastfoodstände, Bars, Sonnenliegenverleih usw. und der riesige Parking läst keine Zweifel daran, dass dies ein sehr angesagter Ort im Sommer ist.

Am nächsten Tag rückte die Abreise immer näher. Wir hatten Glück, denn unser Flieger ging erst am späten Nachmittag. So hatten wir vormittags noch genügend Zeit um Adesso auf unsere längere Abwesenheit vorzubereiten. Wir wussten, dass wir diesmal deutlich länger weg wären, denn in Luxemburg wartete eine grössere Baustelle auf uns, nämlich die Erneuerung des Fussbodens in der Wohnung meiner Mutter. Wie lange wir dafür benötigen würden, wie schnell wir das gesammte Material vor Ort hätten, welche Komplikationen auftauchen usw. Alles ungewiss… und vielleicht würden wir danach noch ein bischen in die Ferne fliegen, irgendwo wo es warm ist… aber auch das war noch alles ungewiss… 

Aber dazu dann mehr im nächsten Blog

P.S. schöne Sicht auf den Ätna während unserer Fahrt zum Flughafen Catania… schon beeindruckend…

Raymonde

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