Nachdem wir eine knappe Woche Barcelona erkundet hatten, freute sich meine Mutter auf weitere schöne Tage bei uns auf Adesso. Auch hier hatte ich mir schon im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht, was wir dieses Jahr zusammen besichtigen könnten. Schon letztes Jahr war sie ja bei uns zu Besuch gewesen und so hatte ich mir für dieses Jahr ein paar neue Besichtigungsziele überlegt. Leider blieb das Wetter die ganze Zeit über sehr wechselhaft mit ein paar richtig grauen, kühlen und regnerischen Tagen. Aber wir versuchten das Beste daraus zu machen.
Während der ganzen Fahrt von Barcelona hierher, schüttete es fast ununterbrochen und der Regen hielt sich auch noch den ganzen Tag hartnäckig. Das war aber nicht so schlimm, schliesslich stand nach unserer Ankunft erstmal Koffer auspacken und auf „Adesso ankommen“ auf dem Programm.
Am nächsten Tag war ein Marktbesuch angesagt. Immer Samstags ist hier in La Rapitá ein grosser Markt der sich über mehrere Strassen erstreckt.



Wenn man hier alles durchstöbern und sich anschauen möchte, muss man mehrere Stunden einplanen. Es gibt vor allem Kleider, Bettbezüge, Kissen, Decken, Haushaltsartikel, Taschen und Rucksäcke. Natürlich wurden auch wir fündig ;-). Den Rest des Tages legte meine Mutter dann ihre Beine hoch und ruhte sich ein bischen aus.
Am kommenden Morgen war es wieder grau und nass aber die Regenwolken verzogen sich am Nachmittag. So beschloss ich mit meiner Mutter den „wilderen“ Teil des Küstenweges zu erkunden.

Das Meer war wegen der vergangenen Schlechtwetterlage noch ziemlich bewegt und so konnten wir ungewöhnlich viele Wellen hier an der Küste beobachten.




Meiner Mutter gefiel es hier richtig gut. Sie genoss es wieder am Meer zu sein, dem Wellenrauschen zuzuhören und die Salzluft zu schnuppern.

Die vielen kleinen Buchten hier fand sie auch total toll. Ein gelungener Auftakt… ich war zufrieden…so konnte es weiter gehen. Wettertechnisch verlief der nächste Tag ähnlich. Vormittags Regen, aber am Nachmittag klärte es wieder auf, so dass wir uns dazu entschlossen noch einmal zum Torre Sant Joan zu spazieren um Flamingos zu beobachten. Leider war es hier ziemlich windig und kühl und die Flamingos standen alle relativ weit entfernt. Aber ihr Schnattern war gut zu hören.
Am nächsten Tag war „Ruhetag“ auf Adesso angesagt, denn es schüttete den ganzen Tag ohne Unterbrechung. Am kommenden Tag beschlossen wir dem schlechten Wetter zu trotzen und beschlossen nach Tortosa zu fahren. Als wir uns auf den Weg machten, regnete es zwar immer noch, aber laut Wettervorhersage würde es ab Mittag trocken bleiben. Leider hielten sich die Regenwolken dann doch länger, so dass wir in Tortosa nasse Füsse bekamen.

Doch wir liessen uns nicht abschrecken und besuchten zuerst den alten Ortsteil mit der Kathedrale Santa Maria de Tortosa.


Wir entschlossen uns dazu den Museu Catedralici zu besichtigen. So konnten wir auch ein bischen dem Regen entfliehen. Hier ein Foto des Innenhofes der Kathedrale, denn sonst war fotografieren überall verboten.

Auf dem Weg in den moderneren Stadtteil, kamen wir am Episcopal Palace, dem Bischofspalast vorbei, dessen Innenhof sehr sehenswert ist.

Da wir uns so langsam nach einer kleinen Stärkung sehnten, machten wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Diese Suche gestaltete sich wieder etwas schwieriger hier in Spanien, denn entweder hatten sie noch nicht geöffnet…Mittagessen gibt es oft erst ab 13.30Uhr oder noch später…oder es gab keine Menukarte von draussen einsehbar oder nur ein Tagesmenu auf Katalanisch… Doch irgendwann wurden wir dann doch fündig. Nach dem Mittagessen schlenderten wir noch ein bischen durch die Strassen, durch die Markthalle und dann über die Fussgängerbrücke über den Fluss Ebro zurück zum Auto.

Ich schlug meiner Mutter vor, mit dem Wagen zum Schloss Castell de Suda hoch zu fahren, denn ich weiss seit meinem Besuch mit Guy vor 2 Jahren, dass man von hier eine sehr spektakuläre Aussicht über Tortosa und das Ebrotal hat. Leider hingen die Wolken heute noch immer sehr tief und die Berge rundherum konnte man nur erahnen, aber meiner Mutter gefiel die Aussicht trotzdem sehr gut.

Am nächsten Tag liessen wir es dann wieder etwas langsamer angehen und verzichteten auf einen längeren Spaziergang und begnügten uns mit einer kleiner Runde auf dem Hafengelände.
Die nächsten Tage wurden dann wieder grösstenteils vom Wetter bestimmt. Immer wenn es aufhörte zu regnen, begaben wir uns ein bischen in die frischen Luft. Aber nie zu weit weg, damit wir vor der nächsten Regenschauer wieder rechtzeitig auf Adesso waren. Es tat mir echt leid, dass meine Mutter wieder so ein Pesch hatte und das Wetter so schlecht war. Zumal in Luxemburg schon richtig Sommerfeeling herrschte mit Temperaturen um die 20 Grad und Sonne. Hmmm…sehr blöd 😦
Dann war es wieder Samstag und somit wieder Markttag… die Stimmung hatte ihr vor einer Woche hier so gut gefallen, dass sie prompt noch einmal hin wollte. Also gesagt, getan…Heute war das Wetter auch schon deutlich besser…ja, es war sogar schon richtig angenehm frühlingshaft… endlich.
Am nächsten Morgen stand dann Enten-Möwenfütterung auf dem Programm 😉

Am nachmittag beschlossen wir noch einmal zum Aussichtspunkt hier in La Rapitá, dem Mirador de la Guardiola, hoch zu fahren.

Obwohl der Himmel immer noch ziemlich bedeckt war, genossen wir die Aussicht.
Jetzt blieben uns nur noch 2 Tage bis zu unserer geplanten Rückreise nach Luxemburg, aber die genossen wir noch in vollen Zügen, zumal das Wetter jetzt endlich richtig angenehm war. So machten wir einen ausgedehnten Ausflug zum Mirador del Zigurat, dem Ort, wo der Fluss Ebro ins Mittelmeer mündet. Hier kann man wirklich schön am Ebro entlang wandern und die Natur auf sich einwirken lassen. Hier ein paar Eindrücke:





Von der Aussichtsplatform hat man einen spektakulären Rundumblick über das Ebrodelta und die Ebromündung ins Meer. Es werden auch Bootstouren auf dem Ebro angeboten die dann den Fluss abwärts bis in die Mündung fahren um dann dort eine Kehrtwende zu machen und wieder den Rückweg anzutreten.


Anschliessend spazierten wir noch durch die Dünen bis zum Vogelbeobachtungspunkt Mirador del Garxal. Wir genossen das Vogelgezwitscher der vielen Vögel die sich hier im Schilf und den Feuchtgebieten versteckten. Meine Mutter war sichtlich begeistert und das freute mich. Dann machten wir uns wieder so langsam auf den Rückweg. Diesen perfekten Tag liessen wir bei einem gemütlichen Abendessen in „unserer“ Pizzeria ausklingen.
Am letzten Tag stand noch einmal ein Besuch der Plaja del Trabucador auf dem Programm. Schon letztes Jahr war meine Mutter von dieser langen Sandzunge begeistert, wo man die Qual der Wahl hat, ob man an der offenen Meerseite oder aber lieber an der geschützten Lagunenseite entlang spaziert… und Beides ist einfach toll!




Aber diesmal war es noch besser. An diesem Tag hatten sich unzählige Flamingos ganz in der Nähe des Strandes versammelt. Ich war ja schon mehrmal hier gewesen, aber noch nie hielten sich hier so viele Flamingos auf. Das war eine wunderbare Überraschung.


Der Anblick war einfach wunderschön. Wir waren begeistert und beobachteten sie noch eine ganze Weile.

Diesen super schönen Tag liessen wir dann bei einem letzten Abendessen im Hafenrestaurant ausklingen, denn am kommenden Tag machten wir uns auf den Rückweg Richtung Luxemburg…aber mit einem „afrikanischen“ Zwischenstopp in Frankreich…
Aber dazu mehr im nächsten Blog.
Raymonde