Zu dritt im Nordosten Mallorca’s unterwegs

Wir hatten eine angenehme Überfahrt von Menorca nach Mallorca. Die Wellen kamen wie angekündigt von hinten, weniger als einen Meter und der Wind kam seitlich leicht von achtern… sehr angenehme Bedingungen 🙂 Wir machten gute Fahrt ohne dass Adesso zu viel hin und her schaukelte. Ich war froh, dass meine Mutter ihre erste Überfahrt geniessen konnte und nicht seekrank wurde.

Leider lag sehr viel Feuchtigkeit in der Luft, so dass die Umrisse von Mallorca nicht wirklich schön zu erkennen waren…Schade…

Als wir auf der Höhe des Cap Formentor und im Schutz der Insel waren, reichte der Wind nicht mehr aus zum Segeln und wir mussten die restliche Strecke motoren. Eigentlich wollten wir mit meiner Mutter in die bekannte Bucht Sa Calobra fahren, aber da der Wind über Nacht wieder deutlich stärker vorausgesagt war, zogen wir es vor, ein bischen weiter bis in die Bucht Cala Tuent zu fahren. Hier gibt es besseren Ankergrund, grössere Sandflächen und weniger Tiefe. 

Die Nacht sollte aber leider sehr ungemütlich werden, denn obwohl die Bucht eigentlich, theoretisch guten Schutz vor den Wellen bieten sollte, kam ab Mitternacht ein sehr unangenehmer Schwell rein, der Adesso munter hin-und her schaukeln liess. Nicht gut, unruhiger Schlaf trägt nicht zu guter Laune bei 😦

Wir entschlossen uns nach dem Frühstück weiter nach Port Soller zu fahren, denn hier gibt es eine tolle Strandpromenade, kleine nette Restaurants und Shops. Ich wusste, dass das meiner Mutter gefallen würde. Während der Fahrt Richtung Port Soller konnte meine Mutter in aller Ruhe die imposante Felsküste der wilden Nordseite von Mallorca auf sich einwirken lassen.

Als wir in Port Soller ankamen, mussten wir aber zu unserem Erstaunen feststellen, dass es hier noch voller war als in der Hauptsaison. Damit hatten wir nicht gerechnet. Bis jetzt hatten wir immer noch einen guten Ankerplatz gefunden, aber diesmal hatten wir Pech. Es war einfach nirgends genügend Platz zumal im Laufe des Tages und der Nacht noch Winddreher und Gewitter vorausgesagt waren. Also blieb uns nichts anderes übrig als viel weiter draussen in der Nähe der Hafeneinfahrt zu ankern. Dies hatte natürlich zur Folge, dass wir weitaus weniger Schutz hatten als weiter vorne in der Bucht. Ich motivierte meine Mutter trotzdem ins Beiboot zu klettern und für eine kleine Erkundungstour mit an Land zu fahren.

Es nervte mich tierisch, dass das sch…ss Wetter einfach nicht mitspielte, denn wie überall, ist es auch in Port Soller schöner und angenehmer bei Sonnenschein. 

Am Abend wollten wir eigentlich gemütlich zusammen essen gehen, denn wir wissen ja, dass es hier so einige leckere Restaurants gibt, aber der Rückweg mit dem Beiboot am Nachmittag war schon so schaukelig, dass wir froh waren, als meine Mutter heil aus dem Beiboot raus und wieder sicher auf Adesso angekommen war. Wir verzichteten also lieber darauf am Abend in der Dunkelheit unter diesen Bedingungen noch einmal rüber zu fahren, was sehr schade war, denn wir hatten uns auf einen gemütlichen Abend an Land gefreut. Das dämpfte natürlich auch die Stimmung… Die Nacht war dann natürlich auch wieder ungemütlich, denn der Wind peitschte unaufhaltsam über uns hinweg, die Wellen klatschten gegen den Rumpf… Am nächsten Tag beruhigte sich das Wetter und die Sonne kam wieder raus. Eigentlich wäre heute ein super Tag gewesen um in aller Ruhe den Tag in Port Soller zu geniessen oder vielleicht sogar mit der alten Eisenbahn zum Bergdorf Soller zu fahren. Aber wie immer, wenn man mit dem Boot unterwegs ist, bestimmt das Wetter die Törnplanung. Da einen Tag später wieder starker Mistral vorausgesagt war, hatten wir jetzt die Wahl: entweder an diesem schönen Tag die Strecke Richtung Ostseite zurücklegen, unter angenehmen Bedingungen, ohne viel Wellengang oder aber heute noch den Tag in Port Soller verbringen und dann aber in Kauf nehmen, dass wir am kommenden Tag gegen 1,5m Wellen ankämpfen müssten. Wir entschieden uns für die angenehmen Bedingungen…und damit leider gegen einen schönen relaxen Tag in Port Soller. Ich muss gestehen, dass das mich immer frustriert, wenn wir wegen den Wetterbedingungen auf Ausflüge verzichten oder früher als erwünscht die Bucht wechseln müssen… das ist schade und nervt gewaltig!

Bei der Ausfahrt aus Port Soller schoss meine Mutter noch ein paar Erinnerungsfotos.

Am Nachmittag kamen wir an unserem neuen Ankerplatz vor der Playa Manresa Alcudia an.

Hier standen wir richtig gut geschützt. Während meine Mutter die Sonne genoss, fuhr ich mit dem SUP rüber an Land um einen Tisch im Restaurant 5 Oceanos zu reservieren. Hier hatten wir schon vor 2 Jahren in einem schönem Ambiente sehr lecker gegessen. 

Wir verbrachten auch jetzt einen sehr angenehmen Abend hier und waren froh, dass es endlich geklappt hat mit dem gemütlichen Abendessen an Land.

Leider mussten wir dann am nächsten Tag wieder wegen des Wetters flüchten. Wir entschieden uns für die Bucht vor dem Strand von Alcudia. Hier war für die kommende Nacht deutlich weniger Wind vorausgesagt als oben in der Bucht von Pollença. Es war windig, aber die Nacht war relativ erholsam. Am Morgen war es dann sogar so ruhig, dass ich mit dem SUP an Land fuhr und uns Croissants holte.

Die Aussicht vom Strand Richtung Bucht war ganz schön, aber sonst gefiel mir Alcudia wirklich nicht. Es ist ein richtiger Touristenhotspot, ein Hotel neben dem anderen und dahinter hauptsächlich Bars, Imbisse und Restaurants. So zog es uns auch nach dem Frühstück wieder schnell woanders hin. Wir ankerten für ein paar Stunden vor der Platja de l’Alcanada bevor wir dann weiter am gleichnamigen Leuchtturm vorbei, um den Cap de Menorca herum, Richtung Pollença fuhren.

In Pollença angekommen, ankerten wir zuerst vor der Playa de Pollença. Am nächsten Tag wechselten wir dann aber rüber in die grosse Bucht von Pollença. Von hier aus war die Fahrt mit dem Beiboot zwar etwas länger bis zum Dingydock (Steg der reserviert ist für Beiboote), aber wir standen ruhiger als vor dem Strand mit der Segelschule nicht weit entfernt. Da diese Bucht uns voraussichtlich den nötigen Schutz vor Wind und Wellen für die nächsten Tage bot, entschieden wir uns bis zum Rückflug meiner Mutter hier vor Ort zu bleiben und von hier aus Ausflüge zu unternehmen. Der Ausblick über diese weitläufige Bucht bescheerte uns viele verschiedene Stimmungen an denen man sich nicht sattsehen kann. Hier abends bei Dämmerung und morgens nach Sonnenaufgang… toll 🙂

Unser erstes Ausflugsziel war die Alstadt von Alcudia. So machten meine Mutter und ich uns am kommenden Morgen auf den Weg zur Bushaltestelle in Pollença, denn heute stand die Besichtigung von Alcudia Altstadt auf dem Programm. Ich war mir sicher, dass es meiner Mutter hier gut gefallen würde. Uns blieb der Besuch von Alcudia vor zwei Jahren auch in guter Erinnerung. Meiner Mutter war dann auch begeistert. Wir schlenderten gemütlich durch die vielen kleinen Gassen und spazierten oben an der Festungsmauer entlang, von wo wir schöne Ausblicke über Alcudia und die Umgebung hatten. Hier ein paar schöne Eindrücke.

Mittags hatten wir uns dann diese kühle Erfrischung verdient 😉 und ein leckeres Salat obendrauf. 

Danach besuchten wir noch den Ortsteil mit der Porta del Moll und der Plaça Carles V mit dem schönen Springbrunnen.

Als wir am Nachmittag wieder im Bus Richtung Port Pollença sassen, waren wir uns einig, dass das ein richtig schöner Tag war, den wir dann abends zu dritt auch noch bei einem leckeren Essen in Pollença ausklingen liessen. 🙂

Am nächsten Tag stand das alte Dorf Pollença auf dem Programm, welches nur 10km weiter im Landesinneren liegt. Heute war Sonntag und dann findet hier der grosse und wirklich bekannte Wochenmarkt statt. Das wollten wir uns dann nicht entgehen lassen. Wir waren der Meinung, dass wahrscheinlich ein paar Leute mehr unterwegs sein würden, aber dass es soooo viele sind, damit hatten wir nicht gerechnet! Schon an der Bushaltestelle hatten wir richtig Glück noch einen Platz (Steh-) im Bus ergattert zu haben, denn der grösste Teil der Leute musste auf den nächsten warten. Das war schon ein Vorgeschmack auf das was uns dann in Pollença erwarten würde…

Vor allem in den Strassen rundum den Markt, wimmelte es nur so von Leuten. Das wurde uns schnell zu viel und wir zogen es vor, Pollença etwas abseits vom Trubel zu erkunden. 

Das Wappentier von Pollença ist der Hahn. Er symbolisiert durch seine stolze Haltung Mut und Tapferkeit. 

Der Hahn ist omnipräsent in Pollença, an Gebäuden, auf Kunstwerken, in Cafe’s und Restaurants.

So auch in der kleinen Bar U Gallet, wo wir es uns in der Sitzecke gemütlich machten und meine Mutter endlich ihre langersehnte Sangria geniessen konnte.

Einige skurille Kunstwerke kann man unweit der langen Treppe bestaunen, die zu einer im 18. Jahrhundert errichteten Kapelle auf dem Kalvarienberg führt. Wir entschieden uns aber dafür auf die 365 Stufen zu verzichten, obwohl der Ausblick über die Stadt anscheinend die Anstrengung wert sein soll, denn es war echt heiss heute und meine Mutter hatte noch den Ausflug nach Alcudia in den Beinen.

Obwohl uns Pollença nicht so gut gefallen hat wie Alcudia, ist es aber einen Besuch wert. Es gibt durchaus einige schöne Ecken hier. Es ist eher ein normales spanisches Dorf, auch weitaus weniger touristisch als Alcudia. Ausser natürlich dem Wochenmarkt am Sonntag…

Als wir wieder auf Adesso waren, verschwand meine Mutter in ihrer Koje, denn es war leider an der Zeit die Koffer zu packen. Morgen hiess es wieder Abschied nehmen. Den letzten Abend liessen wir gemütlich bei einer Paella ausklingen.

Nachdem Frühstück hiess es dann so langsam Abschied von Adesso nehmen. Obwohl wieder Regenschauer angekündigt waren, hatte der Wettergott ein bischen Gnade walten lassen und wir kamen trocken mit dem Beiboot an Land. Pünktlich wie abgesprochen, kam das Taxi und brachte meine Mutter zum Flughafen. Der Check-in verlief ohne Problem und die Verspätung des Fluges hielt sich auch in Grenzen. Ich war froh zu hören, als sie ein paar Stunden später gut in Luxemburg gelandet war, dass die Heimreise problemlos verlief und der Flug turbulenzfrei und angenehm war. Ich hoffe, dass es meiner Mutter auch dieses Mal bei uns auf Adesso gefallen hat, trotz des durchwachsenen unbeständigen Wetters. Aber wir hatten auch viele schöne Tage mit tollen Erlebnissen und Eindrücken die wir bestimmt in sehr guter Erinnerung behalten werden 🙂

Wie es nach der Abreise meiner Mutter für uns weiterging…dazu mehr im nächsten Blog.

Raymonde

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